Startseite Rolf Dobelli



Datum: 2007-11-10
MESSAGE

Lieber Leser, dies ist das vorläufige Ende meines Blogs. Als ich im Jahr 2002 damit begonnen hatte, meine Gedanken splitterartig online zu veröffentlichen, war das Wort „Blog“ noch nicht bekannt. Es gab weder Software noch Blogging-Portale, und so strickten unsere lieben Techniker von getAbstract ein kleines Programm, mit dem ich diese Page jederzeit aktualisieren konnte, ohne sie bei ihrer Arbeit zu unterbrechen. Vieles, was in meinen Büchern steht, fand hier zuerst seinen Niederschlag – wenn auch als Rohling. Heute höre ich mit dem Blog auf. Vielleicht vorläufig. Vielleicht endgültig. Es beschäftigt mich ein Thema, aber es gelingt mir nicht, es in Worte zu fassen, und so lange dieser Zustand anhält, gibt es nichts zu sagen.








Datum: 2007-10-30
OBSERVATIONS

Gelebt zu haben, genügt nicht. Nur leben genügt.








Datum: 2007-10-21
OBSERVATIONS

Bankraub ist steuerfrei.

Die anderen verstehen meist besser, was ich sagen will, als ich.

Ein offener Geist! Ständig verliert er Gedanken.

Vielleicht müsste man den Unsinn des Nichtlebens suchen statt immer umgekehrt.








Datum: 2007-09-11
OBSERVATIONS

»Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich das Fenster öffne?« fragt er jene, die draußen vorbeigehen.








Datum: 2007-09-05
OBSERVATIONS

»Sobald ein Gast gemeldet wird, gehen ihm der Obere oder die Brüder entgegen mit einer Höflichkeit, wie sie der Liebe eigen ist. Zuerst beten sie gemeinsam, und dann tauschen sie den Friedenskuss. Diesen Friedenskuss gebe man erst nach dem Gebet, um nicht vom Teufel getäuscht zu werden.« (Kap 53 der Regel des Benedikt von Nursia, Montecassino im Jahr 550).

»Jeder Besuch muss mindestens 24 Stunden zuvor von der entsprechenden Stelle (Mitarbeiter) dem Empfang mitgeteilt werden (Name, Vorname, Firma, Zweck des Besuchs, angefragter Gebäudebereichszugang, geplante Besuchsdauer). Hierzu ist das Intranet-Formular External Visitors Headquarter zu verwenden Jeder Besucher hat sich am Empfang mit zwei Photo-Ausweisen (mindestens einer davon entweder Pass oder offizielle ID-Karte) auszuweisen. Die Ausweise werden gescannt und am Empfang hinterlegt. Zudem wird eine Portraitaufnahme durch die am Empfang installierte Kamera gemacht und auf den Bildschirm des Mitarbeiters übermittelt. Nach der Identifikation des Besuchers durch den Mitarbeiter wird ein temporärer Batch produziert, den der Besucher jederzeit gut sichtbar zu tragen hat. Dieser Batch erlaubt dem Besucher Zugang zum angegebenen Gebäudebereich während der Besuchsdauer. Der Mitarbeiter oder eine vom Mitarbeiter bestimmte Person hat den Besucher persönlich in Empfang zu nehmen, durch den Sicherheitsdetektor zu führen und in den vom System bewilligten Gebäudezugangsbereich zu geleiten. Unter keinen Umständen darf der Besucher im Konzernareal allein gelassen werden. Einzige Ausnahme ist das Besucher-WC.« (Kap 53 der Konzernsicherheitsvorschriften).






Datum: 2007-07-30
OBSERVATIONS

Dem Anstronomen geht es darum, die Sterne in seine Augen gucken zu lassen.

Tortur: Gruppentherapie für Einsiedler.

Mein Gegner gleicht mir aufs Haar.

Zeigt Gefühle. Auch die nicht vorhandenen.

Das Flugzeug: eine wandernde Pause im Himmel.

Ich lege mich ins Gras. Während des Schlafes durchwächst es mich.

Um seine Worte zu relativieren, läßt er ihnen Taten folgen.

So viel Rücken wie ich denen zudrehen möchte, habe ich gar nicht.

Erfolg im Allgemeinen aber keiner im Besonderen. Man könnte nicht mit ausgestrecktem Finger hineinzeigen und sagen: da liegt sein Erfolg begründet. Man müsste vielmehr ins Nichts zeigen.

Erst wenn ich mich in einer Sache täusche, erkenne ich ihre Bedeutung.

Vermutung: Die Falten im Gesicht kommen von den Falten im Kopfkissen.

Aufschieben. Ich könnte ganze Kongresse abhalten zu diesem Thema.

Er hatte so viele Denkfehler, dass alles wieder Sinn machte.








Datum: 2007-06-19
OBSERVATIONS

Der Chaot ist stets zielgerichtet – nur wechseln die Ziele oft.

Je mehr Möglichkeiten mir offen stehen, desto mehr Zeit verschwende ich damit, sie zu schliessen.

Es gibt Firmen, die halten sogar ihre Firmennamen geheim.

Panta rhei: Alles geht bachab.

Vor dem Urknall war die Urstille.

Autist. Steuert noch seinen eigenen Leichenwagen.

Die Hoffnung begraben, damit man sie an schlechten Tagen wieder ausgraben kann.

Ich muss mehr lügen. Dann hört man endlich auf, mich an dem zu messen, was ich von mir gebe.

Das Nebensächlichste am Konsum ist der Bedarf.

Sein Leben hat so viel Schwung, dass es ihn ständig aus den Kurven wirft.








Datum: 2007-05-22
OBSERVATIONS

Er dreht seine Augäpfel nach innen und sieht schwarz.

Einen Märtyrertod sterben, aber nicht ganz, damit man noch etwas vom Ruhm hat.

Wirf den Stein als letzter. Du kannst aus den Fehlern der anderen lernen und triffst genauer.

Ich will mit hundert Armen ins Nochnichtvorhandene greifen.

Er zeigte sich im Sarg von der besten Seite.

Ich möchte eine Lampe, die beim Einschalten Dunkelheit erzeugt. Ob mein Schatten dann leuchten würde?

Beim Niederschreiben schwerer Gedanken konnte er den Kugelschreiber fast nicht vom Papier heben.

Sein Roman ist nicht autobiographisch. Vielmehr ist sein Leben autoliterarisch.

Der Aphorismus ist das Schlüsselloch, durch das ihr mich betrachtet.








Datum: 2007-04-18
OBSERVATIONS

Als Rentner kannst du dich nicht mehr aufs Rentenalter freuen.

Er geht in sich und taucht nicht mehr aus sich auf.

Wer sein Innenleben ständig nach außen kehrt, wird innerlich leer.

Die Ehe als Karriere betrachten. Dann käme man wenigstens vorwärts.

Er schwimmt so tapfer gegen den Strom, bis der Strom zu seicht wird, um darin zu schwimmen.

Ich möchte mich, an Tagen, an denen ich nicht voll da bin, auflösen, und mich an besseren Tagen wieder konstituieren – um dann doppelt dazusein.








Datum: 2007-03-04
OBSERVATIONS

Vor Angst, ich könnte ihn mögen, hoffe ich, nicht auf das Arschloch von einem Rezensenten zu treffen, der mich verrissen hat.








Datum: 2007-02-22
OBSERVATIONS

Ich stürze zusammen mit Microsoft täglich ab.

Man müsste, um mich zu verstehen, ein Leben lang in mir gelebt haben.

Rückzug. Sich selbst in Frage stellen um anderes nicht in Frage stellen zu müssen.

Die Illusion als Illusion verkaufen, und schon vermutet man Wahrheit dahinter.

Der im goldenen Käfig denkt: Wenn der Goldpreis steigt, steigt mein Wert.

Um etwas zum Verschwinden zu bringen, muss man es vergessen.

In einer guten Karriereleiter fehlen oft Sprossen.

In der Wiederholung Neues entdecken.

»Alles in Ordnung.« Das wäre der Zeitpunkt für meinen Selbstmord.

Im Niemandsland war er endlich jemand.

Er geht verschwenderisch mit seiner Armut um – und wird reich.

Dem Gelegenheitsdieb die Gelegenheiten stehlen.

Jede Entdeckung mordet Phantasie.

Es ist vieles zum Kotzen, aber selten kotze ich.

Wenn du tief genug fällst, hört man den Aufschlag nicht.








Datum: 2007-01-19
OBSERVATIONS

Man kann sich die Frage nach dem Sinn des Lebens gar nicht selten genug stellen.

Ich habe meiner Computer-Maus einen Namen gegeben.

Wer die Wahrheit sucht und nicht findet, soll dankbar sein für das Nichtfinden. Sonst gäbe es das Suchen nicht. Sonst wäre alles einfach vorhanden und als solches nicht Wahrheit, sondern Banalität.

Ich komme mir vor wie ein Zug, der sich vorgenommen hat, aus dem Gleis zu springen, aber weiß, dass dies nur durch einen Zusammenstoß mit einem anderen möglich ist.

Sich vögelnd über Bücher unterhalten.

Wishful thinking: Die Falten im Gesicht kommen von den Falten im Kopfkissen.

Um seine Worte zu relativieren, läßt er ihnen Taten folgen.

Aufschieben. Ich könnte ganze Kongresse abhalten zu diesem Thema.

Solange ich mich über Konkretes unterhalte, komme ich um das Grundsätzliche herum. Überhaupt entwickle ich mit 40 eine Vorliebe für Konkretes.

Ich kann es mir nicht vorstellen: Ein mürrisches Entengesicht.

Ich behandle meine Freunde, als müßte ich an den Punkt gelangen, wo ich sie wieder vermissen werde, weil ich keine mehr habe.

Mit 40 war Montaigne schon längst in seinem Turm.








Datum: 2006-12-17
OBSERVATIONS

Sieben Milliarden Schwarzfahrer auf der Erde.

Warum muss sich das Wollen-und-Nichtkönnen immer um mich herum ansammeln?

Lieber gute Äusserlichkeit als schlechte Innerlichkeit.

Ich wünsche mir, dass Gott weiblich ist. Ich würde mich an sie werfen und weinend in ihr aufgehen. Gott männlich anzutreffen (oder neutral) wäre ein Verrat am Paradies-Gedanken.








Datum: 2006-11-04
FRAGEBOGEN

Was denkt ein Hund, wenn er einem Blindenhund begegnet?

Welche Entdeckungen hätten Sie lieber nicht gemacht?

Wo sehen Sie die größten Hindernisse der Menschheit auf dem Weg zur Selbstausrottung?

Angenommen, es fände sich im Universum eine Spezies mit etwa derselben Hirnleistung wie der Mensch. Glauben Sie, es würde zur Freundschaft oder zur Feindschaft kommen?

Wenn Sie ein Experiment anordnen könnten, unabhängig der Kosten, welches wäre es?

Ist das Gute das Gegenteil des Bösen oder schon die Absenz des Bösen?

Kennen Sie Tiere, die weinen?

Was konkret würden Sie als Höhlenmensch anders machen als Ihre Mitmenschen, vorausgesetzt, Sie hätten den heutigen Wissensstand, aber nur die Mittel der damaligen Zeit?

Glauben Sie, Tiere kämen im Verlauf der Evolution von sich aus auf die Idee, Golf zu spielen?

Gibt es ein Jahrhundert, das Ihnen besonders sympathisch ist?

Welche Person der jüngeren oder älteren Geschichte würden Sie gern auf ein Glas Wein zu sich nach Hause einladen?








Datum: 2006-09-19
OBSERVATIONS

Ich ziehe es vor, zu empfinden, wofür es keine Wörter gibt.

Alle wollen von A nach B gelangen. Ich wäre schon glücklich, einmal nach A zu kommen.

Es gelingt mir kaum, zu denken, ohne ein wenig falsch zu denken.

Je weniger ich von etwas weiß, desto leichter fällt es mir, breitwillig darüber zu sprechen.

Im Alter wird das Gebrechen zu einer Art Gesundheit.

Ich habe mich darauf spezialisiert, meinen Schrecken einen größeren Schwung zu geben.

Das Wespenartige am Mensch: Stechen und dann nicht sterben.

Man muß so viel Schlechtes lesen, um auf Gutes zu stoßen. Man müßte das Schlechte suchen wollen, dann käme einem das Gute im Überfluß vor.

Ihre Augen sind schwer zu lesen. Das muß an meinen Augen liegen.

Mein Knowing-Doing-Gap, ein Graben so weit wie der Grand Canyon. Bald mache ich mich zum Nationalpark und verlange Eintritt.

Wenn man von der Zukunft auf die Vergangenheit schließen könnte, wäre der Fehler weniger schlimm.

Macht wäre schon gut, wenn man unfehlbar wäre.

Etwas verstehen (aus Trotz), weil man etwas anderes nicht verstanden hat.








Datum: 2006-07-31
OBSERVATIONS

Im Lotto Leute gewinnen.

Wenn das Fernsehen ihn sehen könnte, würde es sich über ihn genau so aufregen wie er sich über es.

Was, wenn meine Angst bloß der Ausläufer einer viel größeren, kosmischen Angst ist?

Eine Fliege im Auto. Jetzt ist sie die Schnellste im ganzen Land.

Liebe als Ausrede, damit wir uns nicht selbst aushalten müssen.

Gegen nichts bin ich so gut versichert wie gegen Freudentaumel.

Wenn der Baum wüßte, wie viel Schwachsinn in gedruckter Form er einmal zu ertragen hätte.

Bei Nebel fühle ich mich wie ein Wolkenkratzer.

Sein einziger Stolz: Seiner Mutter enorme Geburtswehen zugetragen zu haben.

Es quält den Selfmademan ein Leben lang, dass er sich nicht selbst gezeugt hat.

Irgendeinmal wird sein Auto aufhören, reiner Befehlsempfänger zu sein.

Der Vogel hockt auf dem Dach und überlegt sich, wie er am besten in die Geschichte eingeht.

Die Gefahr, eine Frau zu idealisieren nur weil sie schön ist.

Nichts würde einen Hund mehr ehren als ein Randstein in seinem Namen.

Die schönste Illusion, dass man ankommt, bevor man stirbt.








Datum: 2006-06-17
OBSERVATIONS

Er zieht sich zu einer Frau hin und interpretiert es als Sich-zu-dieser-Frau-hingezogen-fühlen.

Kein Glanzresultat für Gott: Auf neun Planeten gerademal einer mit Leben. Wir wir so unsere Felder bestellen würden!

Sein Expansionsdruck ist so hoch, dass er sich bereits heute überlegt, Filialen auf den anderen Planeten zu eröffnen, einfach um präsent zu sein, wenn’s dann losgeht mit der Besiedlung.

Gäbe es außer mir weder Menschen noch Tiere, würde ich versuchen, Pflanzen zu begatten.

Alle, die im Stau stecken sind Schuld am Stau.

Ein Fluch, dass wir undurchdringbar sind. Wären wir Lichtteilchen, gäbe es keinen Grund, vor einem Rotlicht anzuhalten.

Man muss einmal reich gewesen zu sein, um Armut wirklich zu schätzen.

Könnte man Zeit in Geschenkpapier einwickeln, würde ich Zeit schenken. Aber nicht einfach so.

Grosses Aufhebens über die Tierarten, die ausgestorben sind, aber kein Pieps über die Milliarden von Tierarten, die die Evolution nicht hervorgebracht hat.

Statt mich morgens aus dem Schlaf zu reissen, sollte der Wecker mich abends zu einer Zeit in den Schlaf befördern, so dass ich ohne Hilfe von allein zur richtigen Zeit erwache.

Die Erfüllung ist der Mord an der Sehnsucht.








Datum: 2006-05-29
OBSERVATIONS

Warten auf den Moment, wo die vielen Stimmen im Kopf sich zufällig zu einem Requiem vereinigen.

Glauben Sie, dass Gott mit Ihnen fühlt?

Wenn Gott die Welt ein bisschen früher gestartet hätte, gäbe es jetzt vielleicht den Übermenschen.

Der Hund liegt da und schenkt ihm Zeit.

Seine ganze Schmetterlingssammlung ist aus der Luft gegriffen.

Wenn man die Vielfalt der Welt um die Hälfte reduzieren würde, bliebe noch immer genug Vielfalt übrig.

Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Blumen züchten mit einer ungeraden Anzahl Blütenblättern.

Warum die Welt noch nicht untergegangen ist? Weil wir sind. Diese Frage kann nur immer in einer noch nicht untergegangenen Welt gestellt werden.








Datum: 2006-05-11
OBSERVATIONS

Manicure für die Hand des Schicksals.

Sich entschleunigen bis man zum Stillstand kommt. Und dann noch ein bisschen mehr entschleunigen.

Langsam beginnt sein Geschlechts- dem Fremdenverkehr zu gleichen.

Nichts ist ermüdender als die Vorbildfunktion im Geschäft. Wie ich mich danach sehne, blind einem Führer hintennachzulaufen.

Wie hatte ich mich darauf gefreut, erwachsen zu werden – grundlos, wie es sich herausgestellt hat. Heute würde ich mich freuen, wenn es etwas nach dem Erwachsensein gäbe – vermutlich auch grundlos.

Mit dem Käfer Mensch spielen: Ihn auf den Rücken drehen und mit den Beinen im Nichts strampeln lassen.

Offenbar ist der Mann nur noch ein Accessoire der Frau.

Jetzt wissen wir’s: Die Welt besteht hauptsächlich aus Nichts. Man hätte die Physiker bestechen sollen, damit sie etwas anderes herausgefunden hätten. Der Papst hätte Gelder locker machen sollen.

Immer wenn er raucht, hofft er, einmal vom passiven Teil des Rauchens zu sterben.

Mir den Unverstand rauben.

So mancher Fisch hängt sich an die Angel zwecks Selbstmord. Der Fischer meint, er hätte ihn getäuscht. Dabei ist es umgekehrt.

Geburt und Tod würden zusammenfallen, stünden nicht all die Dummheiten dazwischen.

In den Überfluss hineinproduzieren. Nicht nur im Geschäft. Auch mit den Gefühlen.

Manchmal komme ich mir wie einer vor, der böse Mine zum guten Spiel macht.

Um seine Ziele zu erreichen, zeigt er sich gern verwundbar, aber nur an Stellen, wo er’s nicht ist.

Sich aus nichts etwas machen.

Wenn er weint, weint er nur noch Siegestränen.

Mit 40: Er schliesst nichts mehr aus im Leben, aber auch nichts mehr ein.

Erzählt mir einer: »Nicht so schlimm der Tod. Alles wird gleichzeitig mit dir sterben, denn deine ganze Welt ist in deinem Kopf.« Ich weiß nicht, ob das hilft.

Damit wäre der Betrug aufgedeckt: Wenn noch im Himmel erwartet würde, dass man glaubt.

Er müsste, um lachen zu können, von so viel Abschied nehmen, dass sich das Lachen nicht mehr lohnen würde.








Datum: 2006-03-20
FRAGEBOGEN (DENKEN)

Was denken Sie, wenn Sie nichts denken?

Auf welche Antworten hätten Sie gern eine Frage?

Beschreiben Sie Ihre erste Erinnerung überhaupt.

Finden Sie es von Vorteil, dass man sich an fast alles erinnern kann? Oder würden Sie es vorziehen, im Anschluß an eine Erfahrung jeweils selbst entscheiden zu können, ob diese restlos gelöscht werden soll?

Möchten Sie die kollektive Erinnerung – jene, die zu den Anfängen Ihrer Sippe, Ihres Volkes, Ihrer Nation reicht? Oder erleichtert es Sie, dass Ihre Erinnerung erst nach Ihrer Geburt einsetzt?

Wäre es Ihnen lieber, die Menschen würden sich stärker ihrem Aussehen nach unterscheiden statt in ihrem Denken?

Welche Frage hätten Sie Sokrates gestellt?

Wovon gibt es mehr: Bedeutungen oder Wörter?

Wie viel Geduld haben Sie im Umgang mit Menschen, denen Sie nichts verkaufen können – weder ein Produkt, noch eine Überzeugung, noch das Image Ihrer faszinierenden Persönlichkeit?

Angenommen, Sie könnten die Gefühle, die Sie vom klaren Denken und Handeln und damit von Ihrem Erfolg abhalten, unwiederbringlich ausschalten – Melancholie, Entrüstung, Antriebslosigkeit, Verzückung etc. Würden Sie es tun?

Können Sie sich Gefühle vorstellen, die weit mächtiger sind als jene, die Sie je erlebt haben, Gefühle, die im Verlauf der Evolution des Menschen ausgestorben sind, weil sie nichts zu dessen Überleben beigetragen haben?

Was ist für Sie anstrengender – zum Beispiel in einer Beziehung: A) die Erzeugung von Gefühlen? B) die Unterdrückung von Gefühlen?

Wie gut gelingt es Ihnen, die reine Ungewißheit zu ertragen, ohne sie durch Emotionen (Hoffnung, Angst etc.) zu füllen?

Gibt es eine bestimmte Methode, mit der Sie Hoffnung erzeugen?

Welche Gedanken würden Sie lieber nicht gedacht haben?

Wie spontan ist Ihr Verhältnis zur Wahrheit?

Wie tolerant darf ein denkender Mensch sein?

Fühlen Sie sich für das, was Ihnen einfällt, verantwortlich?

Wenn Sie mit der Vernunft nicht mehr weiterkommen, tendieren Sie dann dazu, so etwas wie einen Glauben anzunehmen?

Falls Sie glauben: Gleicht Ihr Glaube mehr einem Gefühl oder einem Wissen?

Glauben Sie an das Gute im Tier?

An was denken Sie, wenn Sie etwas Schönes denken möchten?








Datum: 2006-02-28
OBSERVATIONS

Um gegen die Ungerechtigkeit der Welt anzutreten, braucht man bloß den Gerechtigkeitssinn anzupassen. Damit bleibt einem viel Kummer erspart.

Beim Anflug auf Zürich-Kloten, wenn die Flight Attendants von Reihe zu Reihe gehen und die letzten Plastikbecher einsammeln und die Alpenkette sich langsam aus dem Horizont erhebt, denkt er manchmal: Hoffentlich gibt es Zürich-Kloten noch. Und er denkt: Es wäre so schön, wenn Zürich-Kloten dasselbe über ihn denken würde.

Ob das Universum, bevor es stirbt und in sich zusammenfällt, auch zuerst von einer Krankheit befallen wird?

Vielleicht ist die Erfindung des Lebens bloß die aus einer Laune heraus entstandene Antwort auf die Langeweile des planetarischen Gerölls.

Alle meine Wege sind vernünftig, und alle meine Absichten sind Wahnsinn. Ich möchte es nicht umgekehrt haben.

Woran ich merke, dass ich reife: Wenn es immer mehr Fälle gibt, die nicht in die Regeln passen – eine ungeheure Anhäufung von Ausnahmen auf allen Gebieten.

So viel wie die reisen muß man gar nicht reisen.

Irgendwann wird die Reiserei auch den Zugvögeln zum Schnabel heraushängen.

Ich bin der Monopol-Anbieter meiner Gefühle. Darum die miserable Qualität.

Als Jäger und Sammler wäre es noch einfach gewesen, in die Geschichte einzugehen. Bei so wenigen Menschen. Aber heutzutage! Wenn er könnte, würde er sich einen Platz in der Geschichte erkaufen.

Warum funktioniert Bier nicht andersherum? Sobald es geöffnet ist, saugt es Kohlensäure aus der Luft und verleibt es sich in immer kleiner werdenden Blasen ein.

Schön, dass die Natur nicht auch noch eine eigene Meinung hat!

Rede ich mir nur ein, dass Liebe stärker sein müßte, als was ich empfinde?








Datum: 2006-01-26
OBSERVATIONS

Ein Kind ist gegen ein Auto gelaufen und hat den vorderen Kotflügel beschädigt.

Gern würde ich mich der Grenze meiner Geduld mal von der Seite der Ungeduld her nähern.

Ein Leben lang getrieben auf der Suche nach Mitteln gegen nicht vorhandene Übel.

Das Ich entsorgen. Das falsche Selbst. Endlich etwas für die Gemeinschaft tun, für das Land, das Volk, die Menschheit, die Fauna und Flora, das Klima, jawohl, endlich etwas gegen das langsame Abbrennen der Sonne unternehmen als immer nur an sich denken.

Wäre er sensibler, würde irgend etwas anderes darunter leiden.

Es ist nicht so, dass die Gegenwart ein Punkt ist. Viel mehr ist sie ein Pflug, der die Zukunft von unten her aufreißt, noch bevor er einen Fuß in diese setzt.

Die Bewegung seines Lebens gleicht einer Fähre über einen reißenden Strom.

Es wäre ein Zeichen von Hoffnung, wenn ihm auf dem Weg ins Jenseits Leute entgegenkämen.

Wer alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, in die Medien zu kommen, bringt die Auschwitzlüge. Die sitzt immer.

Gott und die Menschheit: Man müßte sich mal an einen Tisch setzen und offen miteinander reden.

Um meine Feinde zu besiegen, muß ich nur dafür sorgen, dass ich glücklich bin, das ist für sie die schlimmste Strafe.

Ohne Natur gäbe es nur noch Kultur. Darum ist der Naturschutz so wichtig.

Man möchte in Wäldern leben, die einen umschlössen wie Kleider.








Datum: 2005-12-23
WEIHNACHTEN

Wie bedanken Sie sich für ein Geschenk, das Ihnen nicht gefällt?

Das Geschenk ist das eine. Aber was schenken das andere. Dafür sollte es Läden geben, nicht für die Geschenke an sich.

Was er sich zu Weihnachten wünsche. Das fragt sie ihn seit 25 Jahren. Er kann ja nicht sagen: Sex.

Eigentlich haßt er Geschenke. Nicht so sehr das Geben. Aber das Empfangen. Nur so entkommt man dem Teufelskreis: Geschenke annehmen und nichts zurückschenken, bis man niemanden mehr hat, der einem Geschenke antut. Am besten nicht einmal Danke sagen.

Einmal hat er seiner Frau ein Bügeleisen geschenkt. Weil das alte kaputt war. Und weil Weihnachten war. Zwei Fliegen auf einen Schlag. Er hat es sogar einpacken lassen. Seither haßt sie ihn ein bißchen.

Seine Geschenke sind stets vorweggenommene Gegengeschenke. Er schenkt präventiv.

So kommt es ihm manchmal vor: Wegschenken, damit man die Abfallgebühr nicht selbst bezahlen muß.

Ein schöner Mythos, denkt er: Der Weihnachtsmann, der die Geschenke verteilt. Eine solche Figur sollte man haben, wenn es um Kündigungen im Betrieb geht.

Weihnachtsmann – Weihnachtsfrau – Weihnachtsmannschaft.

Am heiligen Abend beneidet er alle, die arbeiten müssen, z.B. die Tramfahrer.

Vorschlag an seinen Freund, der Chefarzt ist: Einlieferung am 24. Dezember morgens, Entlassung am 26. Dezember, ebenfalls am Morgen. Dafür würde er ihn dick zum Abendessen einladen.

Der Vorteil eines Hundes ist, dass er Weihnachten nicht kennt. Man beschenkt ihn mit dem täglichen Futter, und das muß nicht besonders originell sein. Auch sonst haben Hunde viele Vorteile.








Datum: 2005-12-03
OBSERVATION

Paradies – Definition I: Kongruenz von Denken und Fühlen.

Paradies – Definition II: Keine Rückenschmerzen mehr.

Paradies – Definition III: Fernsehen, das an Qualität das eigene Leben übertrifft.

Paradies – Definition IV: Jemand, der aus meinen Fehlern lernt.

Paradies – Definition V: Ein Land, wo political correctness mit Zuchthaus bestraft wird.

Paradies – Definition VI: Durchschlafen im Flugzeug.

Paradies – Definition VII: Erleben ohne Aufwand.

Paradies – Definition VIII: Keine Wiederholungen.

Paradies – Definition IX: Mit leerem Magen in die Kronenhalle.

Paradies – Definition X: Novemberlose Schweiz.

Paradies – Definition XI: Ein Butler, der meine Rückschläge einsteckt.

Paradies – Definition XII: Glück im Glück.

Paradies – Definition XIII: Ein Lebensziel – nur ein einziges.

Paradies – Definition XIV: Ohne Verletzungsgefahr mit dem Kopf durch die Wand.

Paradies – Definition XV: Tagesschau als Sonett.

Paradies – Definition XVI: Menschenanzahlregelknopf.








Datum: 2005-11-01
OBSERVATION

I don’t do Novembers in Switzerland.








Datum: 2005-10-10
FRAGEBOGEN (NOAH)

Welche Tiere hätten Sie als Noah nicht auf die Arche mitgenommen?

Gibt es Menschenrassen, die Sie nicht eingeladen hätten?








Datum: 2005-09-25
FRAGEBOGEN (SEIN)

Definieren Sie Sinn.

Schluß mit der Sinnsuche. Wünschen Sie in einer Gesellschaft zu leben, in der der Sinn des Lebens aus ganz klaren, einfachen Handlungen bestünde – etwa dem Aneinanderreihen von Muschelstücken, dem täglichen Singen eines Liedes oder dem Beten zu einem imaginären Wesen?

Kennen Sie vollkommen wertlose Gefühle?

Angenommen Sie könnten neue Gefühle entwickeln, ähnlich einem Chemiker, der neue Substanzen kreiert. Welches Gefühl würden Sie erschaffen?

Verleiht Ihnen Anstand das Gefühl von Moral?

Glauben Sie, durch Ihre Existenz einen Beitrag zur Vermehrung des Glücks auf Erden zu liefern?

Wie lautet das Kleingedruckte Ihres Lebens? (bitte um genauen Wortlaut)

Möchten Sie die komplette Bedienungsanleitung für Ihr Leben – ein Buch, das Ihnen vorschreibt, wie ein Leben zu führen ist? Oder möchten Sie es selbst herausfinden, mit dem Risiko, dass Sie es gar nie herausfinden?

Welchen Anteil des heutigen Tages möchten Sie nochmals erleben? (Angabe in Prozent)

Bedrückt Sie die Tatsache, dass Sie zu 99% aus einfachsten Wasser- und Kohlestoffverbindungen bestehen?

Nach welchen Prinzipien wählen Sie Ihre Prinzipien?








Datum: 2005-09-05
OBSERVATIONS (NEW YORK – AUSZUG)

Das Gebirge der Skyline und die Sonne, die in diese Skyline hineinfiel. New York. Die Erinnerung: vor zwanzig Jahren, mein erstes Jahr im Ausland. Es gab die schwülen Sommerabende, an denen ich nicht anders konnte, als langen, wohlgeformten, kräftigen Beinen nachzulaufen, Beinen, die durch ihre Strümpfe etwas vom muschelartigen Glanz des Hudson River hatten, Frauenbeine in der Perfektion industrieller Produkte, lebenden Stahls, wenn sie vor den roten Ampeln standen und auf den Absätzen kaum sichtbar hin- und herschaukelten, fast so, als würden sie ungeduldig in diesen Schuhen stehen, ja als würden sie lieber vorwärtsgehen, gehen, immer gehen, um mit jedem Schritt die Hüften in der kreisenden Bewegung zu halten, die es ihnen ermöglicht hätte, Hula-Hoop-Ringe gleichmäßig und schwerelos in Schwingung zu halten. Es gab Straßen im New York dieser Sommerabende, die voll waren mit Frauen, Frauen, die wußten, wie man Kleider trägt, Frauen, die sich so bewegten, wie es der männlichen Vorstellung in aller Kühnheit entsprach, Frauen, die vor einem Schaufenster stehen konnten, in einer Art, die es mir unmöglich machte, zu denken oder wenigstens anzunehmen, sie hätten sich nicht wegen mir genau so hingestellt, gelassen und in einer raffinierten Weise konstruiert, ohne aufdringlich zu erscheinen. Ihre Unnahbarkeit, obschon sie da waren, ansprechbar wie Notrufsäulen der Polizei. Es gab Frauen, deren Haare ein solches Gestrüpp bildeten, daß man damit hätte Schuhe putzen können, und es gab Frauen, deren Haare wie handgeschöpftes Papier waren, hell, glatt, kalt, fein wie Staub. Es gab Frauen, deren Brüste Fingerhüten glichen, und solche, deren Brüste groß wie Köpfe waren. Es gab Frauen, wie ich sie noch nie gesehen hatte, wie ich sie mir nicht einmal hätte vorstellen können, so viele Frauen auf einmal, die geeignet gewesen wären, für Schönheitsprodukte zu werben, für Parfüm, Kosmetik, Unterwäsche oder Shampoo, und auf den Seiten der Busse als Werbung durch die Straßen zu ziehen. Ein Übermaß an Anmut, eine fast beleidigende Konzentration an Grazie. New York, das war in meinem ersten Jahr ein Laufsteg aus karamelisiertem Zucker. Je länger der Sommer andauerte, desto mehr Abende gab es, an denen mir die Schwüle wie ein Bühnenvorhang vorkam, der sich nicht heben wollte und hinter den ich nicht schauen konnte, der, wie ich mir dachte, das Leben in all seiner Banalität und Misere, in seiner spektakulären Einfältigkeit, in seiner Überdramatisierung der trivialsten Gefühle vor mir verbarg. Ich hatte in diesem Theater Platz genommen und wollte, daß das Stück des Lebens, des sogenannten etablierten Lebens, noch lange nicht beginnen würde; ich wollte, daß der Saal nie aufhören würde, sich mit Leuten zu füllen, daß das Gequassel ewig weitergehen würde, die gegenseitigen Begrüßungen, der Austausch von Blicken, die Reihen von Menschen, die sich erheben mußten, um jemanden zu seinem Sitz durchzulassen – einer nach dem anderen setzten sie sich dann wieder wie die Tasten eines Klaviers. Ich wollte noch eine Ewigkeit lang vor diesem dunkelroten, schwülstigen, bebenden Vorhang sitzen. New York, das war ein Triumph, der ausschließlich darin bestand, anwesend zu sein, vorhanden, lebend, atmend, schauend. Der ganze Sommer bestand aus nichts anderem als Erwartung. (Auszug).






Datum: 2005-07-27
FRAGEBOGEN (MANAGEMENT)

Haben Sie sich jemals an der Konzernspitze verletzt?

Wie empfänglich sind Sie für Visionen der Konzernleitung?

Beruhigt Sie die Tatsache, dass auch Ihr Vorgesetzter einmal sterben wird?

Wie oft träumen Sie von Ihrem Vorgesetzten?

Glauben Sie, dass Salär und Wertschöpfung der Personen in Ihrer Firma in irgendeiner Weise korrelieren?

Wie viel Salär sind Sie wirklich wert – und weshalb haben Sie noch niemanden gefunden, der Ihnen dieses Gehalt bezahlt?

Angenommen, es gäbe keine Wirtschaftsbücher. Um wie viel tiefer (höher) läge das heutige Bruttosozialprodukt?

Was müßte Ihr Chef tun, damit Sie Wissen, das Sie Ihrer Firma momentan vorenthalten, einbringen würden?

Gibt es irgend jemand in Ihrer Firma, der die Vision, so wie sie auf dem Papier steht, verkörpert?

Stellen Sie sich Ihren Konzernvorsitzenden auf der Toilette vor.

Welche Prinzipien wären Sie bereit für den zehnfachen Monatslohn über Bord zu werfen?

Befremdet es Sie, dass es Ihrer Geschäftsleitung immer wieder gelingt, so viele Menschen für abstrakte Ziele (Steigerung des Aktienkurses, ISO 9001-Zertifizierung usw.) zu motivieren?

Wenn Ihr Hund nicht will, haben Sie es schon einmal mit einem 360-Grad-Feedback versucht?

Gibt es Projekte in Ihrer Firma, deren Scheitern Sie mit Hoffnung erfüllen würde?

Wie oft kommt es vor, dass Sie etwas tun, bloß um etwas anderes nicht tun zu müssen?








Datum: 2005-06-30
OBSERVATIONS (GEFÜHLE – AUSZUG)

Ich habe mich schon oft gefragt, was Leute meinen, wenn sie von Gefühl reden. Zum Beispiel Josephine. Dem Herzen folgen. Was heißt das? Ich weigere mich, zu fühlen, was ich nicht denken kann. Gefühl, wenn es auf Kosten der Vernunft geht, ist nicht Empfindung, sondern Bequemlichkeit. Was heißt: Mit dem Herzen sehen? Wie genau funktioniert das? Ich bin es gewohnt, Ziele zu haben. Aus irgendeinem inneren Antrieb heraus Dinge zu tun oder zu lassen ist Mystik. Für was soll denn das gut sein: Inspiration? Mir mangelt es nicht an Ideen, im Gegenteil, mir mangelt es an Zeit, meine Ideen umzusetzen. Da kann ich einen Sonnenuntergang betrachten so lange ich will, nichts setzt sich dadurch in Bewegung. Außerdem: Die Zeit vergeht nicht langsamer, nur weil man fühlt. Ich wittere eine Falle, wo Frauen überschwenglich von Gefühlen reden, und sei’s bei einem Dinner. Dazu braucht es nicht einmal Kerzen auf dem Tisch. Ich meine, Emotionen hat jeder, die Frage ist nicht, Emotionen ja oder nein, sondern ob man sich von ihnen vergewaltigen läßt. Die romantischsten Frauen sind übrigens nicht jene, die meinen, sich von den winzigsten Regungen verleiten lassen zu müssen. Frauen im Zustand der Empfindsamkeit empfinde ich als unattraktiv, nicht nur sexuell. Ich möchte dann am liebsten ins Geschäft. Das ist doch ein Zeichen von Reife: daß man weiß, was man will. Instinkt, geradezu tierisch. Keine Frage: Lust ist nicht zu verachten, wenn sie uns weiterbringt, zum Beispiel in Sachen Fortpflanzung. Aber dort, wo Lust in reine Faselei abrutscht, wird sie unergiebig. Die Tränen einer Frau zum Beispiel sind kein Anlaß für Gefühle, sondern für Handlung. Warum sich Gefühle einreden, wo keine sind? Gefühle – der Dow Jones einer Beziehung! Der Irrtum der Frau: Daß der Mann, wenn er von Gefühlen spricht, sie auch hat! Ich behaupte von mir sagen zu können, daß ich einen durch und durch vernünftigen Lebenswandel führe. Entscheidungen, zum Beispiel eine Anschaffung betreffend oder wie eine Woche auszufüllen sei, auch, welche Leute man trifft und welche Leute man nicht trifft, sind keine Sache von Stimmung. Es gibt so etwas wie offensichtliche Vor- und Nachteile, die eine Entscheidung geradezu erzwingen. Was ist denn so falsch an der Vernunft? Entscheiden aus reiner Lust, aus einer inneren Anwandlung heraus, das ist doch lächerlich. Wo, bitte schön, ist der Beweis, daß Gefühlsmenschen glücklichere Menschen sind? Darauf läuft doch die ganze Argumentation hinaus! Wo wären wir heute, wenn unsere Vorfahren ihren Launen gefolgt wären? Keine Schraube an diesem Flugzeug ist aus purer Laune dort, wo sie ist, sonst gäbe es diesen Flug nicht. Besonders bei jungen Leuten zu beobachten: der Irrglaube, Arbeit setze voraus, daß man sich zuerst in sie verliebe, bevor man sie anpackt. Woher dieses irre Bedürfnis nach Begeisterung? Natürlich gibt es Dinge, die man lieber tut als andere. Nicht jeder ist der geborene Bauer, nicht jeder der geborene Bäcker, nicht jeder der geborene Banker. Natürlich. Aber warum Bestimmung? Warum Berufung? Aus den Lebenszielen folgen die Jahresziele, aus diesen die Monatsziele und so weiter bis hinunter zum Moment. So einfach. Eine Kaskade der Logik. Das Leben ist nun einmal kein Gefühlsbad. Wer seine Lebensziele nicht kennt, der hat nicht genug darüber nachgedacht. So einfach. Als Topmanager bin ich es gewohnt, zu führen. Ich kann es nicht leiden: dieses Treiben in den Tag hinein, ziellos, nur damit Zeit vergeht. Leben aus reiner Lust, respektive Lust aus dem einfachen Tatbestand, daß man lebt, das ist doch lächerlich. Wer nicht führt, wird geführt, und sei es durch die Umstände. Durch die große, blaue Welt zu schlendern, ohne Richtung und ohne Ziel, das hält kein vernünftiger Mensch aus. Ich bin nicht, was Josephine von mir denkt. Ich bin kein romantischer Mann. Da ist kein Vakuum, das erst noch mit Gefühlen ausgefüllt werden müßte. Ich bin, der ich schon immer gewesen bin – ein Mann der Vernunft. Nicht mehr, nicht weniger. Gefühle sind wichtig im Umgang mit anderen, aber warum selbst welche entwickeln? Gefühle, das ist unsauberes Denken, meine ich. Außerdem machen sie müde. Genug Zeit für Gefühle im nächsten Leben. (Auszug).








Datum: 2005-04-11
FRAGEBOGEN (SEIN)

Wo sehen Sie sich in 50 Jahren?

Gibt es Zeitabschnitte in Ihrem Leben, die genauso gut von einem Schauspieler hätten gespielt werden können?

Möchten Sie sich manchmal lieber beobachten als sich sein?

Angenommen, Sie kriegten ein Jahr Lebenszeit geschenkt – nicht am Ende des Lebens, sondern jetzt. Was würden Sie mit dem geschenkten Jahr anfangen?

Möchten Sie, dass die Empfindung von Zeit der chronologischen Zeit entspricht? Glauben Sie, dass Ihnen in diesem Fall Ihr Leben länger oder kürzer vorkommen wird, als Sie es heute empfinden?

Wäre das Leben für Sie einfacher, wenn Macht direkt sichtbar wäre?

Sind Ihnen Menschen, deren Verhalten an Sie selbst erinnert, sympathisch oder unsympathisch?

Bei der Zeugung von Kindern mischt die Natur die männliche und weibliche DNA zu genau 50%. Sind Sie froh, dass das Verhältnis von vornherein festgelegt ist, oder würden Sie es begrüßen, wenn Sie es selbst festlegen könnten? Falls ja, welches Mischverhältnis finden Sie angebracht, und wie würden Sie Ihren Lebenspartner davon überzeugen?

Möchten Sie wissen, unter welchen Umständen Sie gezeugt worden sind?

Möchten Sie wissen, wie viele Versuche nötig waren, um Sie zu zeugen?

Würden Sie Ihren Nachkommen Ihr Leben wünschen?

Welche Ziele, Ihr Leben betreffend, behalten Sie für sich, und warum?

Wie viele Menschenleben müssen gerettet werden können, damit Sie bereit sind, Ihr Leben aufs Spiel zu setzen (bitte um genaue Angabe).

Angenommen, Sie hätten ein zweites Leben: Wann würden Sie damit anfangen?

Welche Vorstellungen von sich hätten Sie, wenn es keine Spiegel und keine Fotos von Ihnen gäbe?

Was sind Sie öfter? A) der falsche Mann am falschen Ort. B) der falsche Mann zu falschen Zeit. C) der falsche Mann.

Über welche Aspekte Ihrer Persönlichkeit können Sie nicht lachen?

Wie viel öffentlichen Widerstand brauchen Sie, damit Ihnen gewisse Anliegen nicht mehr wichtig erscheinen?

Hätten Sie einen Oscar für Ihr Leben verdient? Falls ja, in welcher Kategorie? a) bester Hauptdarsteller, b) bester Nebendarsteller, c) beste Regie, d) bester Plot.

Erfüllt es Sie mit Erleichterung, dass der Mensch dem Mensch ein Rätsel bleibt, dass niemand Sie vollständig verstehen wird, nicht einmal Sie selbst?








Datum: 2005-02-19
FRAGEBOGEN (FREUNDE)

Wie viele Freunde haben Sie, und wie viele von diesen bezeichnen Sie als Freund?

Ordnen Sie Ihre Freunde in absteigender Reihenfolge ihrer Wichtigkeit.

Gibt es Menschen, die Sie zu Ihren Freunden zählen, obwohl Sie die Kriterien der Freundschaft nicht erfüllen?

Haben Sie Freunde, denen Sie nicht Freund sind?

Wie groß ist die Halbwertszeit Ihrer Freundschaften?

Wie verändert sich die Anzahl der Freunde mit Ihrem Erfolg?

Gibt es Personen, denen Sie etwas bezahlen würden, damit Sie Ihr Freund würden? Wenn ja, wie viel?

Ist Gott Ihr Freund?

Wie viel Enttäuschung verträgt eine Freundschaft?

Egal, was er / sie unternimmt, wer könnte nie Ihr Freund werden?

Welche Ihrer Freunde sind nur dazu da, um neue Freundschaften zu spinnen?

Gibt es Freundschaften zwischen Tierarten – zum Beispiel Hund / Katze, Kanarienvogel / Mensch?

Welche Freunde sind Ihnen nicht sympathisch?

Möchten Sie Ihr Freund sein?

Wie oft gehen Sie durch die Liste Ihrer Freunde und sortieren die echten von den falschen?

Wie sagen Sie es Ihren falschen Freunden?

Sind Sie sich selbst ein Freund?

Könnten Sie auch ohne Freunde glücklich sein?

Welches sind Ihre effizientesten Strategien, jemandem zu Ihrem Freund zu machen?

Haben Sie schon Freunde an Ihren Lebenspartner verloren, zum Beispiel bei einer Trennung?

Gibt es Gemeinsamkeiten, die Ihre Freunde verbinden (Alter, Haarschnitt, Feriendestination, Automarke)?

Was fällt Ihnen leichter:

         A) Jemandem, den Sie nicht mögen, ein Kompliment auszusprechen?

         B) Einen Freund zu tadeln?

Was in der Ehe der Sex, ist in der Freundschaft:

         A) der Tratsch

         B) das gemeinsame Besäufnis

         C) der Krankenbesuch

         D) die Wahrheit

Unter welchem IQ ist keine Freundschaft möglich?

Welche Ihrer Freunde nützen Ihnen nichts?








Datum: 2005-02-15
OBSERVATIONS (FLIEGEN)

Pax heißt nicht Frieden, sondern Passagier – und zwar auf allen Fluglinien dieser Welt.

Im Flugzeug Zeitung lesen. Groß aufgemacht die Wetterprognose für ein Land, das man soeben zurückgelassen hat.

Würden Sie in ein Verkehrsflugzeug steigen, wenn Sie wüßten, dass es von zuverlässigen Piloten via Fernbedienung gesteuert würde?

Jemand hat dem Meer Dauerwellen verpaßt.

First Class. Flug nach Osten in die Nacht hinein, die drei Stunden dauert. Man liegt in Wolldecken wie ein Kranker. Immer ist die Stewardess da und füllt Wasser nach. Im Cockpit muß die Herzschlag-Kurve auf dem Bildschirm zu sehen sein.

Einmal, nach einer harten Landung, fallen die Sauerstoffmasken aus der Decke. Eine ganze Sitzreihe mit bimmelnden, gelben Becherchen vor den verdutzten Gesichtern der Passagiere. Nur ein Kind zerrt daran wie ein Glöckner. Es gibt sie also tatsächlich, diese lustigen gelben Masken.

Er weiß, wie ein Jet-Triebwerk funktioniert. Was er bis heute nicht versteht: Wie Seife funktioniert, oder die Frau.

60'000 PS hat ein Jumbo-Jet. Im Zweiergeschirr gäbe das ein Pferdegespann von Zürich nach Basel.

„Chicken or Beef?“ – diese Frage wird von Flight Attendants täglich dreißig Millionen Mal gestellt und müßte für den extraterrestrischen Besucher als die zentrale Frage der Erde gelten. Nicht einmal die Frage nach dem Lebenssinn wird auf Erden so häufig gestellt.

Man bestraft die Economy-Passagiere geradezu mit schlechtem Essen und schlechter Gesellschaft.

Schwimmwesten in Flugzeugen aus psychologischen Gründen. Genau so gut könnte man beim Boarding Bademützen verteilen.

Mehr Turbulenz auf einem Flug als im Leben.








Datum: 2005-01-18
FRAGEBOGEN (FRAUEN / SEX / LIEBE)

Lieben Sie sich noch oder mögen Sie sich schon?

Wo beginnt der Ehebruch?

         A) Beim Gedanken an eine andere?

         B) Beim ersten Abendessen mit einer anderen?

         C) Beim ersten Abendessen mit einer anderen, das man zu Hause als Geschäftsessen verkauft?

         D) Wenn man einer fremden Frau Blumen schenkt – ohne dass sie im Spital liegt?

         E) Bei der ersten Umarmung, respektive beim ersten Kuß?

         F) Beim Geschlechtsverkehr?

         G) Beim wiederholten Geschlechtsverkehr?

         H) Beim Geschlechtsverkehr mit der eigenen Frau, während man an die andere denkt?

Nimmt Ihr Wissen, das andere Geschlecht betreffend, mit der Anzahl Ihrer Affären zu oder ab?

Wenn Sie mit einer Frau ein Hotelzimmer beziehen, wie richten Sie sich ein? Übernehmen Sie die Seite, die Ihnen von Haus aus geläufig ist (zum Beispiel schlafen Sie immer auf der Seite des Fensters) oder gerade nicht? Wie steht es, wenn Ihre Frau dabei ist?

Mit wem, außer Ihrer Affäre, reden Sie über Ihre Affäre?

Nach wie vielen Affären beginnen Sie sich steuertechnisch optimal zu verhalten – in Bezug auf Ihr Haus, das gemeinsame Konto mit Ihrer Frau, das Erbe?

Gibt es Gründe, die Sie davon abhalten, sich selbst zu lieben?

Womit glauben Sie, Frauen am meisten zu imponieren?

Könnten Sie Ihre Partnerin weiterempfehlen?

Stört es Sie, wenn Sie erfahren, dass eine Frau, mit der Sie eine unbändige Beziehung unterhalten haben und die in die Brüche ging, gehen mußte, jetzt in einer, wie Sie hören, stabilen Ehe lebt mit Kindern, Einfamilienhaus, SUV und so weiter? Oder gönnen Sie ihr diesen Triumph? Gönnen Sie ihr diesen Absturz?

Gibt es Beziehungen, die Sie hauptsächlich eingegangen sind, um sich selbst zu erleben – die Frau als Ruhrgebiet für Erfahrungen?

Brauchen Sie die realexistierende Frau zur Bestätigung Ihrer Männlichkeit, oder genügt Ihnen die Phantasie?

Welche Ihrer Beziehungen würden Sie als „geglückt“ bezeichnen?

Gibt es Beziehungen, die Ihnen nichts gebracht haben als die Erinnerung daran?

Wie groß ist Ihr erotisches Kapital?

Brauchen Sie Manifestationen der Liebe (Briefe, Gesten) oder genügt es Ihnen zu wissen, dass Sie geliebt werden?

Wenn Sie geliebt werden: Erzeugt dies Ihrerseits das Bedürfnis zu lieben?

Unter dem Strich: Ist die Liebe, die Sie bisher erfahren haben, für die Erreichung Ihrer Lebensziele förderlich?

Warum gelingt es der Frau mühelos, einen Orgasmus vorzutäuschen, aber nicht einen Funken Begeisterung für Ihre Arbeit aufzubringen? Oder glauben Sie, der Orgasmus ist echt und das Desinteresse an Ihrer Arbeit vorgespielt?

Wie viel Ihrer Befriedigung besteht darin, Ihren Partner befriedigt zu haben?

Wenn Sie nackt vor dem Spiegel stehen: Enttäuscht Sie die Tatsache, dass Spiegel nicht lügen?

Als Marsmensch auf der Erde: Was am Verhältnis der Geschlechter zueinander würde Sie am meisten befremden?

Wie oft glauben Sie, Liebe zu erkennen, wo keine ist? Bei anderen? Bei Ihnen?

Was lieben Sie mehr: Das Sich-Verlieben oder das Verliebt-Sein?

Angesichts der Tränen einer Frau: Wie oft vermuten Sie Taktik dahinter?

Würden Sie die ungeschlechtliche Fortpflanzung (zum Beispiel: Sie schneiden sich einen Finger ab, stecken ihn in die Erde, und daraus entwächst Ihre Tochter) der geschlechtlichen vorziehen? Als Frau? Als Mann?

Wie beurteilen Sie einen Menschen, bei dem der Höhepunkt des Lebens mit dem Geschlechtsverkehr zusammenfällt?

Wird der Sex besser oder schlechter über die Jahre, und führen Sie das auf sich oder Ihren Partner zurück?

Wenn der Sex schlecht war: Wie sagen Sie es Ihrem Partner?

Glauben Sie, Sie werden es ahnen, wenn Sie den allerletzten Orgasmus erleben?

Ist, was die Biene mit der Blüte hat, eine Affäre?

Wie oft geht Ihr Hund fremd?








Datum: 2005-01-02
OBSERVATION (ÜBER DAS SCHREIBEN)

Seit Wochen nicht mehr geschrieben. Ich werde unhaltbar, nicht nur meiner Frau gegenüber. Ich merke ganz genau, wie die Ungeduld steigt. Mit jedem Tag. Die Angst, den Faden der Geschichte zu verlieren (welcher Geschichte?) Die Angst, die Sprache zu verlieren. Vor dem Einschlafen lese ich Bücher und unterstreiche Sätze. Wenn ich sie fertiggelesen habe, schließe ich die Bücher und lege sie weg, und es spielt keine Rolle, ob ich darin je einen Satz unterstrichen habe. Genauso gut könnte man die gelesenen Seiten verbrennen. Im Halbschlaf Sätze. Gute, starke, interessante Sätze. Ich nehme mir fest vor, sie am nächsten Tag aufzuschreiben. Am nächsten Tag komme ich nicht dazu. Auch nicht am übernächsten. Ich sage mir, statt zu lesen solltest du schreiben. Aber lesen ist bequemer. Schreiben muß man am Morgen, nicht vor dem Einschlafen. Auch: Man muß aus dem Haus, um zu schreiben. Wohin? Hotel-Lobby, Starbucks. Das Geschnorr auf englisch, während ich auf deutsch schreibe. Das ist praktisch. Manchmal schreibe ich sogar ohne Ohrstöpsel. Das ist in der Schweiz nicht möglich. Wenn dann die ersten Sätze auf dem Bildschirm erscheinen, werde ich ruhiger. Der einzige Streß: Wie lange hält die Batterie, und wo ist die nächste Steckdose? Ich trinke wenig, wenn ich an öffentlichen Orten schreibe. Der Gang auf die Toilette ist mit Aufwand verbunden – File abspeichern, Laptop abschalten, einpacken, mit der Tasche auf die Toilette, Sitzplatz ergattern, Laptop aufstarten, File öffnen. Ein gestohlener Laptop wäre weniger schlimm als ein gestohlener Text. Wenn ich nicht schreibe, denke ich. Ich beobachte. Eigentlich beobachte ich nicht, sondern schaue unscharf in eine bestimmte Richtung. Ich registriere Bewegungen, Schatten, Farbflecken. Ich höre Sätze, die ich auf keinen Fall verstehen möchte. Manchmal stelle ich scharf. Was ich dann sehe: Studenten, Textbooks, ein Alter, der die neuesten Swim-Suit Magazine durchblättert, Leute mit Laptops an anderen Tischen, die nicht so tun, als würden sie schreiben – auch ich sehe in diesem Moment nicht so aus, als würde ich schreiben –, Kids über Comic-Heftchen gebeugt. Selten jemand mit einem Buch. Ich kann stundenlang schreiben. Es ist eine Qual. Ich brauche diese Qual. Was ich im Moment schreibe, finde ich im Moment gelungen. Sonst würde ich es nicht schreiben. Die Angst vor dem Abend. Vielleicht schreibe ich deshalb bis zum Umfallen, damit ich am Abend keine Energie mehr habe, zu lesen, was ich geschrieben habe. Beim Einschlafen jedesmal die Stimme: Alles löschen! Alles Schwachsinn! Manchmal verweigere ich einen Text monatelang. Aus Angst. Ich schreibe einfach weiter, im Wissen, dass da ein alter Text liegt, der in die Geschichte rein soll. Der Vorteil eines geschriebenen Textes: Er ist schon da. Man muß ihn nicht mehr schreiben. Die Qual kann man sich sparen. Sie ist durchgestanden. Der Nachteil eines geschriebenen Textes: Er ist nicht, wie man ihn will. Er sagt etwas anderes oder er sagt es anders. Die Hoffnung, dass der Abschnitt doch nicht so schlecht ist, wie er ist, läßt sich auch durch hundertmaliges Lesen nicht aufrechterhalten. Jetzt muß ich den Text verletzen. Es ist leichter, fremde Sätze zu zerstören. Die eigenen schreien auf, wenn man Hand anlegt. Entweder streiche ich ganz oder korrigiere minimal, mit dem Resultat, dass, was unbefriedigend war unbefriedigend bleibt. Wie kann man sein eigener Richter sein? So sammeln sich überall Texte an, die, außer dass sie geschrieben sind, nichts sind. Ich schiebe eine Walze unfertiger Texte vor mir her. Ergiebig, aber selten, die Stunden, an denen man sich mit dem Skalpell an die eigenen Sätze wagt. Schreiben ist nicht denken. Schreiben ist warten und zuhören. Die Sätze kommen bruchstückhaft an die Oberfläche, tauchen wieder ab. Wenn man sie nicht rechtzeitig erwischt, sind sie weg. Satzschwänze. Habe ich aber einen an der Angel, fehlt bloß noch die grammatikalische Form. Und die hängt von den Sätzen ab, die schon dastehen. Einen Satzschwanz kann man so oder so vervollständigen – gelungener, weniger gelungen. Spiele ich zu lange mit der Form, verpasse ich unter Umständen einen neuen Fisch, der in diesem Moment auftaucht. Verlege ich mich ausschließlich aufs Angeln, wird es unmöglich, Sätze aneinanderzuhängen. Diesem Gebot folge ich nur zaghaft: Ein Satz, der den Gesamttext nicht verbessert, hat nichts zu suchen. Beim Schreiben denke ich ganz selten an den Leser. Zuerst denke ich an mich. Ich will irgend etwas loswerden, und dieses Irgendetwasloswerdenwollen ist mein Antrieb. Es gibt keinen Adressaten. Höchstens das Papier. Erst wenn ein Stück Text dann dasteht, frage ich mich dann schon, wen das interessieren könnte. Meistens genügt mir das Wissen, irgendwann einmal, vielleicht im Alter, wieder draufzustoßen. Insofern ist mein Schreiben dem Onanieren verwandt. Es gibt auch Texte, die, wie dieser, weniger intim sind. Die werden publiziert – als Buch, als Essay, als Blog. Die Frage der Relevanz stelle ich mir nicht. Mit dem Zerfall der Reproduktionskosten kann der Autor das Risiko eingehen, Texte zu publizieren, die nicht die ganze Welt ansprechen. Ich lebe mit der Gewißheit ungeheurer Streuverluste. Natürlich fürchte ich mich vor negativer Kritik. Mit den Jahren nimmt die Furcht nicht ab, sondern zu. Die Kritik ist größtenteils berechtigt. Dumme Kritik, Gemecker, Besserwissen, ist viel seltener als ursprünglich erhofft. Wer sich meldet, hat etwas zu sagen. Und die positiven Kommentare? Die freuen mich. Eine Mail, die lobt, lese ich doppelt so oft wie eine Mail, die kritisiert. Eine Mail von einer Frau lese ich doppelt so gründlich wie eine Mail von einem Mann. Ärgerlich sind einzig die Anbiederungen. Und von denen besonders die Anbiederungen ohne erkennbare Strategie. Die öffentliche Kritik – in Zeitungen, Zeitschriften, auf Websites, im Radio, im Fernsehen – ist ohnehin spärlich. Und sie betrifft ausschließlich die Bücher. Idiotisch wird sie dann, wenn der rezensierte Text zum Alibi wird – die Anmaßung, als Unternehmer Literatur zu betreiben. Was ich gern wüßte: Wie es ist, wenn man nur noch schreibt.







Datum: 2004-11-04
FRAGEBOGEN (LÜGEN)

Wenn Sie lügen ohne zu wissen, dass Sie lügen, lügen Sie dann? Mögen Sie Ihre Geheimnisse?

Wie viele Geheimnisse tragen Sie momentan mit sich herum?

Wie viele davon haben Sie bereits vergessen?

Stört es Sie, wenn Sie Geheimnisse vergessen, oder beglückt es Sie, weil es Sie von der Aufgabe befreit, ständig daran zu denken?

Hüten Sie Geheimnisse vor sich selbst?

Ist ein Geheimnis, dessen Inhalt sich nachträglich als Unwahrheit herausstellt, noch immer ein Geheimnis?

Wem vertrauen Sie?

Welches Vertrauen bringen Sie Tieren entgegen?

Wen belügen Sie gelassener: die anderen oder sich selbst?

Wem verzeihen Sie eine Lüge leichter: den anderen oder sich selbst?

Welche Lüge ist von allen die schlimmste? A) die Notlüge, B) die Auschwitzlüge, C) die Bilanzfälschung, D) die Orgasmuslüge, E) die Liebeslüge, F) die Lebenslüge?

Gibt es eine Aussage, die nicht gelogen ist?

Wenn Sie lügen, lügen Sie vorsätzlich? Oder rutschen Sie in die Lüge hinein, wie das Schiff ins Packeis, d.h. langsam und unmerklich, im Verlauf der Konversation?

Ist die Lüge, die ohne Konsequenz bleibt, keine Lüge, zum Beispiel weil sie vom Belogenen nicht in Betracht gezogen wird, vergleichbar mit einer falschen Wetterprognose für ein Land, das man nicht besucht?

Wenn jemand Sie fragt „Wie geht’s?“: Wie ausführlich müßte eine Schilderung ausfallen, damit sie nicht gelogen ist?

Welches war die bisher beste Ausrede in Ihrem Leben?

Wie oft werden Sie belogen: A) Von Personen, die Sie kennen? B) Von Personen, die Sie nicht kennen, z.B. von Marketingfachleuten aus aller Welt?

Lügt das Chamäleon?

Ist die Lüge, die Ihnen Vorteile verschafft, ohne jemandem zu schaden, verwerflich? Warum? Warum nicht?

Wie oft darf die Notlüge eingesetzt werden, bis sie ihren heiteren Status verliert?

Welche Fehler würden Sie nie zugeben?

In welchem Alter beginnt das Kind zu lügen?

In welchem Alter hört man damit wieder auf?

Wurden Sie schon zur Lüge gezwungen, zum Beispiel von Ihren Vorgesetzten?

Kennen Sie Länder, in denen öfter und freier gelogen wird als zum Beispiel in der Schweiz?

Ganz allgemein: wie lange gelingt es Ihnen zu schweigen?

Möchten Sie Gedanken lesen können, falls die anderen Ihre Gedanken ebenfalls lesen könnten?

Wären Sie ohne Lüge und ohne Übertreibung da, wo Sie heute sind?








Datum: 2004-10-01
FRAGEBOGEN (DENKEN)

Was wissen Sie mit Sicherheit?

Wie gut sind Sie im Verdrängen von Realität?

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie versuchen, einen Moment lang nichts zu denken?

Mit welchen Ideen sind Sie verheiratet?

Stimmt es Sie nachdenklich, dass Sie 99,8% von dem was Sie heute denken schon gestern gedacht haben?

Gibt es etwas, das Sie versäumt haben zu denken?

Welchen Erfahrungen trauen Sie nicht?

Welche Gedanken würden Sie lieber nicht haben?

Falls Sie zwei Hirne hätten, würden Sie eher multitasken oder genauer (sorgfältiger) denken?

Wie oft gelingt es Ihnen, Tatsachen durch positives Denken zu ändern?

Angenommen, es gäbe verschiedene Betriebssysteme für Ihr Hirn. Von welchem Lieferanten würden Sie am ehesten kaufen?

         A) Microsoft.

         B) Public Domain (z.B. Linux).

         C) Handgestrickt, zum Beispiel von Ihrer Frau.

         D) Von einer Partei.

         E) Von Ihrem Therapeuten.

Falls Sie durch reines Denken jemanden töten könnten, würden Sie es tun?

Welches ist der Wert von Erlebnissen, mit denen Sie nichts anfangen können, außer sich daran zu erinnern?

Haben Sie die Tendenz, zu viel oder zu wenig zu reden? Oder reden Sie gerade genug – nur Ihre Zuhörer haben das Gefühl, Sie würden zu viel oder zu wenig reden?

Ist Ihnen eine überwältigende öffentliche Meinung in die eine oder andere Richtung Garant für Richtigkeit?

Unter welchen Umständen sind Sie bereit, Ihre Gewißheiten zu ändern?

         A) Unter dem Einfluß widersprechender Tatsachen.

         B) Wenn sie aus der Mode gekommen sind.

         C) Unter dem Einfluß von Autoritäten (Ehepartner, Geschäftsleitung, Consultant).

         D) Unter neuen Lebensbedingungen (Ausland, Entlassung, Kinder, Scheidung, Konkurs).

         E) Wenn sie Ihnen schaden.

         F) Kurz vor dem Tod.

In welchen Fällen ziehen Sie Ahnung der Gewißheit vor?

Sie dürfen wählen: Entweder können Sie ab heute doppelt so schnell denken oder doppelt so schnell handeln.

Wann brechen Sie eine Diskussion eher ab?

         A) Wenn es Ihnen nicht gelingt, den anderen zu überzeugen.

         B) Wenn es dem anderen nicht gelingt, Sie zu überzeugen.

         B) Wenn es Ihnen nicht gelingt, sich selbst zu überzeugen.

         C) Wenn Sie merken, dass Einverständnis besteht, das Gespräch beispielsweise aufs Wetter kommt.

Was ist nicht denkbar?

Welches wäre das ideale Mischungsverhältnis zwischen Vernunft und Gefühl?

Wären Sie bereit, auf Gefühle zu verzichten, um vernünftiger zu werden? Woher wissen Sie, dass Vernunft kein Gefühl ist?

Angenommen, Ihre Gedanken wären so öffentlich wie Ihr Gesicht, würden Sie dadurch genauer denken, aus Vorsicht vielleicht auch langsamer, oder würden Sie es bloß vermeiden, politisch unkorrekt zu denken, mit dem Resultat, dass Sie fast nichts mehr denken?

Was, zusätzlich zu einer Einsicht, brauchen Sie, um danach zu handeln?

Wie überbrücken Sie die Kluft zwischen einer Einsicht und Ihrem tatsächlichen Leben?

Wie lang, im Durchschnitt, hält sich eine Einsicht, zu der Sie durch Nachdenken gekommen sind?

Welchen Erfahrungen können Sie trotz aller Versuche keinen Sinn abgewinnen?

Wie oft wissen Sie, was Sie im Augenblick denken?

Wie groß ist Ihr Beharrungsvermögen gegenüber der Wahrheit?

Glauben Sie an die kollektive Vernunft?

Wie viel Zustimmung brauchen Sie, um das zu tun, was Ihnen richtig erscheint?

Wieviel Wert legen Sie auf die öffentliche Meinung?

Sind Sie auf Verbündete angewiesen, um Ihre Meinung ernst zu nehmen?

Wie viele Ihrer Gedanken werden mit dem Anspruch gedacht, relevant zu sein? Wie viele Gedanken denken Sie zum Vergnügen?

Gibt es Momente, in denen Sie weder an die Zukunft noch an die Vergangenheit denken?

Wie gut sind Sie im Kleinhalten von Erwartungen?

Glauben Sie, durch Hoffnung die Zukunft in irgendeiner Weise beeinflussen zu können?








Datum: 2004-08-08
FRAGEBOGEN (GLÜCK)

Mit wem auf der Welt möchten Sie Ihr Leben tauschen? Nennen Sie mindestens zehn Personen. Falls Sie nicht auf zehn Personen kommen: Weshalb halten Sie sich so unheimlich privilegiert, und sind Sie auch dementsprechend glücklich?

Unter welchen Umständen wären Sie bereit, Ihr Glück zu verkaufen?

Würden Sie Ihr Verhalten ändern, wenn es Zinsen auf gespartes Glück gäbe?

Wie gut sind Sie im Ausschließen von Überraschungen?

Wären Sie bereit, in gewissen Zeiten Ihres Lebens ein Übermaß an Unglück in Kauf zu nehmen für ein Übermaß an Glück? Oder besteht Lebensglück für Sie gerade in der Ereignislosigkeit, in der Stille des Lebens?

Wissen Sie, was Sie glücklich macht? Oder ist Glück für Sie unplanbar, und nehmen Sie deshalb an, es käme von oben?

Was würde sich ändern, wenn es Tieren auf einmal in den Sinn käme, ebenfalls wie wild nach Glück zu streben?

Macht Wissen Ihr Leben erträglicher?

Welche Arten der Befriedigung kommen für Sie von vornherein nicht in Frage?

Glauben Sie, dass, was Sie unter dem Leben verstehen, schon das Leben ist?

Woran arbeiten Sie am liebsten, um Anspruch und Welt in Deckung zu bringen?

         A) An der Welt.

         B) An Ihren Ansprüchen, d.h. an sich selbst.

         C) An Ihrer Interpretation der Welt, indem Sie sich zum Beispiel einreden, dass sich die Welt durch heftiges Nachdenken, Hoffen, Beten etc. schon noch einmal Ihrem Willen beugen wird.

Können Sie das Leben weiterempfehlen?

Wären Sie ohne staatliche Schulbildung, also von sich aus, darauf gekommen, nach dem Schönen, Wahren und Guten zu streben?

Angenommen Sie würden entführt. Was wäre Ihrer Meinung nach eine vernünftige Lösesumme?

Wie hätten Sie Ihr Glück gern über das Leben verteilt?

         A) Möglichst viel in den jungen Jahren.

         B) Gleichverteilt.

         C) Möglichst viel im Alter.

         D) Zufallsgesteuert, d.h. Sie möchten diese Verantwortung lieber nicht tragen.

         E) Übertragung der Dosierung an einen Experten, Coach, Consultant, Mentor, Therapeuten.

         F) Sie glauben nicht an die Möglichkeit der Selbstbestimmung und unterlassen es, das Ihnen zustehende Quantum Glück je einzusetzen.

Wie viele Lebensentwürfe, die Ihnen einfallen, stellen sich bei näherer Betrachtung als unpraktisch heraus, und wie viele scheitern an ihrer Verwirklichung?

Falls Enttäuschung das Resultat falscher Erwartungen ist, ist auch die Freude das Resultat falscher Erwartungen? Oder hat das Glück einfach ein größeres Potential, Sie zu täuschen?

Genießen Sie Ihr Glück lieber allein oder in Gemeinschaft?

Fühlen Sie sich in irgendeiner Weise verpflichtet, wenn Sie besonders viel Glück empfangen haben?

Wie viel Glück verdanken Sie der Tatsache, dass der Sinn des Lebens noch nicht entdeckt wurde?

Wie gut sind Sie im Prognostizieren von Glück – zum Beispiel im Hinblick auf eine Anschaffung (Sportwagen, Ferienwohnung, eine neue Beziehung etc.)?

Wie viel ist Ihnen Erfahrung wert, die Sie nicht verändert?








Datum: 2004-08-03
OBSERVATIONS

Gott kennt Ihre E-Mail Adresse und Ihre Kreditkartennummer. Sogar Ihr Paßwort kennt er.

Gott kennt auch Ihr Expiration Date.

Gott ist ein großes Cookie.

Keine neue Beobachtung: Gott ist entweder allmächtig oder barmherzig, oder es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen seiner und unseren Definition von Barmherzigkeit.

Gott wäre in jedem Führungsseminar durchgefallen.

Kardinäle unternehmen ein leveraged Buy-Out der Kirche. Investment Bank ist Goldman Sachs, das Kapital arabisches Öl-Geld. Vereinigung der Weltreligionen. Effizienter als Welt-Ethos-Konferenzen. Ein IPO zu einem späteren Zeitpunkt wird nicht ausgeschlossen.

“Gott existiert“ – wird man nie falsifizieren können, sondern nur beweisen, indem man ihn vorführt.

Spätestens beim Sterben wird jeder zum Egoisten.

„Langfristig sind wir alle tot“ (John Maynard Keynes) – der gescheiteste Satz, den er je von einem Ökonomen gehört hat.

Wir können uns allem entziehen außer dem Tod und dem anderen Geschlecht, wobei der Tod den Vorteil der Einmaligkeit hat.

Sex muß das Letzte sein, was einem auf dem Sterbebett in den Sinn kommt.

Der Tod – mal so richtig Urlaub machen!

Lieber auf die Ersatzbank statt in den Himmel.

Verglichen am Rest, ist das Leben ein sehr unwahrscheinlicher Zustand. Der Tod als Schwelle vom unwahrscheinlichen zum wahrscheinlichen Zustand.

Die Vermögenssteuer im Jenseits beträgt 100%.








Datum: 2004-08-02
ARTIFACT

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Datum: 2004-08-01
FRAGEBOGEN (SCHWEIZ)

Wer regiert die Schweiz?

War Willhelm Tell ein Terrorist? Warum? Warum nicht?

Wenn Sie von Ausländern nach dem Präsidenten der Schweiz gefragt werden, wie antworten Sie?

Nennen Sie die drei größten Leistungen der Schweiz seit 1945.

Erklären Sie den Unterschied zwischen Schweiz und Eidgenossenschaft.

Angenommen, es stellt sich heraus, dass das Schweizer Temperament genetischen Ursprungs ist. Wären Sie unter diesen Bedingungen für das Klonen von Menschen?

Glauben Sie, Sie würden die Schweiz vom Weltall aus erkennen?

Macht es Ihnen Angst, wenn Sie daran denken, dass der Wohlstand Ihres Landes ausschließlich auf der Intelligenz und Arbeitsamkeit Ihrer Landsleute beruht – z.B. wenn die unvorteilhaften Qualitäten Ihrer Landsleute zum Ausdruck kommen: im Urlaub auf Mallorca, im Fitneß-Center, bei der Arbeit, im Bett?

Wohin würden Sie auswandern? a) Wenn Sie müßten? b) Wenn Sie nicht müßten?

Angenommen, Sie wären nicht Schweizer. Welche andere Nation käme für Sie in Frage und warum?

Finden Sie den Namen Monika ebenso romantisch wie Monique?

Der American Dream vom Tellerwäscher zum Millionär. Weshalb gibt es keinen Swiss Dream? Glaubt der Schweizer tatsächlich nicht mehr, dass es möglich ist, oder ist in seinen Augen der Tellerwäscher dem Millionär vorzuziehen?

Glauben Sie, dass es Lebensweisheit gibt, die nur in den Schweizern zu finden ist und sonst nirgendwo?

Warum ist ausgerechnet der Nationalratspräsident der höchste Schweizer und nicht z.B. der Verwaltungsratspräsident einer Bank oder der Chef der Post?

Was wird länger überleben: die Schweiz als Realität oder die Schweiz als Wunschvorstellung?

Empfinden Tiere, die seit Jahrhunderten in der Schweiz leben, ein ebensolches Selbstwertgefühl wie die hier ansässigen Menschen?

Angenommen, Sie öffnen Ihre Haustür, und ein Bundesrat steht vor Ihnen. Was würden Sie ihm (ihr) sagen – oder würden Sie ihn (sie) sogar um ein Autogramm bitten?

Welcher Bundesrat käme als Götti / Gotte für Ihren Sohn / Ihre Tochter definitiv nicht in Frage?

Sind Sie für die Privatisierung der Regierung?

Wäre die Postkartenschweiz – blaue Seen, Berge, Gletscher – genauso schön, wenn ein Indianerstamm hier regierte?








Datum: 2004-07-14
FRAGEBOGEN (TOD)

Wie groß war Ihre Enttäuschung, als Sie das erste Mal von der realen Möglichkeit des Todes erfuhren?

Angenommen Sie wären Gott: Hätten Sie eine andere Art des Ausscheidens gewählt als den Tod?

Wo möchten Sie sein, wenn der Tod vorbeikommt?

Möchten Sie Ihre Todesursache wissen?

Haben Sie schon eine Vermutung?

Welche Dinge nehmen Sie in Kauf, um nicht an Beerdigungen teilnehmen zu müssen?

Angenommen, Sie hätten genau 30 Sekunden, um etwas zu sagen, bevor Sie hingerichtet würden – eine Art Botschaft an die Welt. Was würden Sie sagen? (Bitte um genauen Wortlaut)

Angenommen, der medizinische Fortschritt hätte uns unsterblich gemacht. Um das Leben trotzdem zu beenden, würden Sie es vorziehen, am helllichten Tag von einem Meteoriten erschlagen zu werden oder selbst Hand anzulegen?

Welchen Set-up würden Sie bevorzugen a) Sterblichkeit des Körpers / Unsterblichkeit der Seele oder b) Unsterblichkeit des Körpers / Sterblichkeit der Seele?

Angenommen, Sie könnten entweder den Tod oder die Trauer aus der Welt schaffen. Wofür würden Sie sich entscheiden?

Glauben Sie, dass Menschen, die besonders befähigt sind zu trauern, auch besonders befähigt sind, Freude zu empfinden?

Angenommen, der Tod wäre nicht endgültig: Würden Sie anders handeln?

Wie wichtig ist es für Sie, ohne Leiden zu sterben, und wären Sie dafür bereit, entsprechendes Leiden in der Mitte Ihres Lebens zu übernehmen?

Wie viel ist Ihnen ein schöner Tod wert?

Haben Sie schon einmal versucht zu sterben?

Angenommen, es ließe sich heute nachweisen, dass der Ablaßhandel vor 500 Jahren doch effektiv war, d.h. die Chancen auf Aufnahme in den Himmel erwiesenermaßen gesteigert hat. Wie viel wären Sie bereit, für einen Ablaßbrief aus jener Zeit zu bezahlen?

Welches minimale Unterhaltungsangebot erwarten Sie im Jenseits?








Datum: 2004-06-10
OBSERVATIONS (SCHREIBEN)

Seine Frau zu ihm: „writing is selfish!“

Er ist Unternehmer und strauchelt mit Lebensfragen. Dann schreibt er ein Buch und ist Experte in Lebensfragen.

Als Schreiber verfällt man natürlicherweise dem Gedanken, Kontemplation sei der Aktivität vorzuziehen. Dabei ist Kontemplation bloß leichter vorzutäuschen als Aktivität.

Das Unglück kommt mit den ersten Schriftzeichen in die Welt.

In der Buchhandlung gelingt es ihm nie, nichts zu kaufen.

Der Plot ist ein Ablenkungsmanöver.

Die hochgeheime Standard-Kalkulation jedes Schreibers: Eine Seite pro Tag ergibt ein Buch pro Jahr. Trotzdem mal ausgerechnet – meine Schreib-Ineffizienz vom Entwurf bis zum Druck: Weniger als ein Wort pro Minute. Angriff mit dem flüchtigen Medium der Sprache. Seltsame Permanenz. Nach der Klärung bleibt immer ein Rest. Die Rückstände sammeln sich im Hirn an, bis der Schriftsteller nur noch aus Rückständen besteht.

Lektorin an Schriftsteller: Sie sind verantwortlich für die Figuren, die Sie in die Welt gesetzt haben!

Nach der Lektüre von Philip Roth: Alles verbrennen, was man geschrieben hat.








Datum: 2004-06-01
FRAGEBOGEN (GELD)

Ist Geld für Sie eine Sache der persönlichen Hygiene?

In welchem Alter hatten Sie zum ersten Mal das Bedürfnis nach einem Kontostand?

Wie stark korreliert Ihr Glücksempfinden mit dem Dow Jones?

Wie viele Bankkonten besitzen Sie? Von wie vielen weiß die Steuerbehörde?

Von wie vielen weiß Ihre Frau?

Werden Sie mit zunehmendem Reichtum freier oder ängstlicher – etwa weil sie ihn jetzt zu verteidigen haben (vor der Steuerbehörde, der Öffentlichkeit, Ihren Freunden etc.)?

Welche Probleme könnten Sie mit unendlich viel Geld nicht aus der Welt schaffen?

Was wäre Ihnen lieber: Dass man Sie vermögender schätzt, als Sie sind, oder ärmer?

Wie viel Bargeld haben Sie schon jemals mit sich herumgetragen?

Haben Sie schon jemals mit einem Koffer voller Geldscheine eine Landesgrenze überquert?

Angenommen, Sie finden eine Tausendernote auf der Strasse. Was würden Sie tun?

Was würden Sie tun, falls Sie von Passanten beobachtet würden, wie Sie die Tausendernote aufheben?

Brauchen Sie das Rascheln von Banknoten, um zu wissen, dass Sie Geld besitzen, oder genügt Ihnen der Kontostand?

Wie viel Geld werden Sie einmal erben, und wie viel Geld haben Sie vor, Ihren Erben zu hinterlassen?

Wo, außer in Ihrer Brieftasche, halten Sie sonst noch Bargeld?

Angenommen, es gäbe keine Bankkonten. Wo würden Sie Ihr Geld verstecken?

Möchten Sie Ihre eigene Währung?

Wie viele Freundschaften sind durch Geld entstanden? Wie viele durch Geld zerbrochen? Wie viele sind durch Geld gerettet worden?

Empfinden Sie Bargeld als Geschenk unanständig?

Gelingt es Ihnen (zum Beispiel während eines Spaziergangs) eine Villa zu betrachten, ohne sich zu fragen, was sie wohl kostet?

Wer gibt mehr Geld aus: Sie oder Ihre Frau?

Wer gibt mehr Geld für unnötige Dinge aus: Sie oder Ihre Frau?

Glauben Sie noch an Ihren Anlageberater?

Ordnen Sie in absteigender Reihenfolge, was Ihnen wertvoller erscheint (Annahme: gleiche Steuerlast):

         A) Eine Million Lottogewinn.

         B) Eine Million Börsengewinn.

         C) Eine Million Immobiliengewinn.

         D) Eine Million Erbschaft.

         E) Eine Million Zinsertrag.

         F) Eine Million durch Bankraub.

         G) Eine Million über Jahre verdientes und zusammengespartes Geld.

Gesetzt den Fall, Sie könnten die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in Ihrem Freundeskreis neu ordnen, ohne die Gesamtsumme zu verändern. Nach welchen Kriterien würden Sie vorgehen?

Möchten Sie, dass man in gleicher Weise und mit denselben Kriterien über Ihr Einkommen und Vermögen bestimmen würde?

Ab welchem Betrag wären Sie finanziell unabhängig?

Ab welcher Summe ist Geld mehr als ein Zahlungsmittel?

Gönnen Sie den Reichen nicht-monetären Reichtum (Charisma, Schönheit, intaktes Familienleben, kreative Begabungen, unbändige Lebenslust) oder bedrückt es Sie angesichts des Übermaßes an Qualitäten?

Sind Ihnen Menschen, in deren Händen sich alles zu Gold verwandelt, suspekt?

Wenn Sie einem Reicheren begegnen, der jünger ist als Sie, empfinden Sie dann eher Neid oder Bewunderung? Oder empfinden Sie Gelassenheit angesichts der Tatsache, dass der Reichere mehr Jahre zur Verfügung hat als Sie, sein Vermögen wieder zu verspielen?

Ist es schon vorgekommen (z.B. in einem Gespräch), dass Sie gewünscht hätten, den finanziellen Status des anderen nicht zu kennen? Was sonst über diese Person hätten Sie lieber nicht gewußt? Oder ist es nur das Geld, das Sie nicht interessiert?

Wie viel ist der Unterschied zwischen $110 Millionen und $100 Millionen wirklich wert?

Ab welchem Betrag wird Geld für Sie uninteressant?

Welcher Zustand ist für Sie leichter zu ertragen: die Ungleichverteilung von Wohlstand oder die Ungleichverteilung von Intelligenz auf diesem Planeten?

Wie viele Ersparnisse brauchen Sie, um keine Angst vor dem Alter zu haben?








Datum: 2004-05-11
OBSERVATION

Es kommt ihm immer wieder in den Sinn: Es bringt nichts, denselben Gedanken mehrmals zu denken!








Datum: 2004-05-10
FRAGEBOGEN (LIEBE)

Was konkret erwarten Sie von der Liebe?

Glauben Sie, dass Sie für die Liebe geeignet sind, und woraus schließen Sie das?

Wie viel Spielraum lassen Sie dem Denken, wenn Sie verliebt sind?

Was wäre unerträglicher: Wenn Sie sich nicht mehr verlieben könnten oder wenn sich niemand mehr in Sie verlieben könnte?

Was interessiert Sie mehr – Liebende oder Verliebte?

Wie viele Ihrer Komplimente sind ernst gemeint? Möchten Sie von vornherein wissen, wie sich eine Beziehung entwickeln wird, wie lange sie dauern und woran sie scheitern wird, oder möchten Sie es lieber nicht wissen, weil Sie glauben, dass es gerade dieses Geheimnis ist, das eine Beziehung unsterblich machen kann?

Steigert eine neue Beziehung Ihre Bereitschaft, sich zu verändern? Oder fällt mit einer Beziehung der Grund weg, sich zu verändern?

Falls Sie geliebt werden: Glauben Sie zu wissen warum? Möchten Sie, dass man es Ihnen sagt? Oder ziehen Sie es vor, den wahren Grund der Liebe im Dunkeln zu lassen – Angst vor der Belanglosigkeit, Austauschbarkeit, Lächerlichkeit, Peinlichkeit der Gründe?

Wie viele interessante Frauen scheitern an mangelnder Schönheit? Wie viele schöne Frauen scheitern an ihrer Einfältigkeit?

Wie gut sind Sie imstande, die Tränen einer Frau zu ertragen?

Falls Sie die Gabe besitzen, eine Frau zum Lachen zu bringen, führen Sie dies zurück auf Ihren Humor oder Ihre Männlichkeit?

Wie fällt man einer Frau nicht zur Last?

Inwiefern ist Ihr Leben schwieriger geworden, seit Sie das Empfinden für Schönheit – auch in Bezug auf Frauen – haben?

Wann haben Sie Ihre Frau (Ihren Mann) zum letzen Mal betrogen?

Worin liegt der Vorteil der Liebe gegenüber anderen Arten menschlicher Gunst (Mitleid, Sympathie, Zuneigung aus Vernunft)?

Angenommen, die Liebe gäbe es nicht, sondern nur das tierische Bedürfnis, sich zu paaren. Wie viel ehrlicher und damit effizienter wäre die Zivilisation?

Ist Liebe für Sie ein historisches Phänomen (wie zum Beispiel der Glaube an Götter oder das Ritual der Menschenopfer) oder eine zutiefst menschliche Eigenschaft (wie zum Beispiel das Denken oder der Stuhlgang)?

Ist die Liebe für Sie eine Art Sport?

Wo und wann ist Liebe nicht gefragt?

Ist der Stellenwert, den Sie dem Geschlechtsverkehr beimessen – tagtäglich, in Ihren Gedanken, in Ihren Träumen – noch begründbar?

Möchten Sie, dass die Liebe so endgültig wäre wie der Tod, oder schätzen Sie ihre Unverbindlichkeit – und wünschen Sie sich dieselbe Unverbindlichkeit vom Tod?








Datum: 2004-04-30
FRAGEBOGEN (EHE)

Gesetzt den Fall, Ihre Frau ist Hausfrau. Sind Sie ihr ein guter Arbeitgeber?

Wie haben Sie Ihre Frau rekrutiert?

Ist Ihre Ehe am ehesten vergleichbar mit a) einer Akquisition, b) einem Joint Venture, c) einer strategischen Allianz oder d) einem Reverse Takeover?

Wie gut schreiten die Integrationsbemühungen in Ihrer Ehe voran?

Haben Sie mit dem Jawort automatisch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihrer Frau akzeptiert?

Sitzen die Schwiegereltern im Aufsichtsrat Ihrer Ehe?

Wie führen Sie zu Hause?

Falls Ihr Lebenspartner Sex als Zahlungsmittel in der Beziehung einsetzt: Wie gut ist die Zahlungsmoral?

Wo kann man einen Software-Patch für seine Frau (seinen Mann) herunterladen?

Falls Ihre Frau (Ihr Mann) Mängel aufweist, warum wurden sie vorgängig nicht entdeckt? Oder entstanden sie erst nachträglich, also durch das Zusammenleben mit Ihnen?

Stellen Sie Ihre Beziehung in Form eines Organigramms dar.

Angenommen, die Ehe wäre ein ökonomisches Gut:

         A) Wie viel hätten Sie für Ihre Frau bezahlt?

         B) Wie viel würden Sie jetzt, nachdem Sie sie ausgiebig kennen und gebraucht haben, bezahlen?

Gibt es die Vernunftehe? Oder ist der Begriff von vornherein ein Widerspruch?

Schlafen Sie gern im selben Bett wie Ihre Frau?

Würde Ihre Partnerschaft die ISO 9001 Qualitätszertifizierung bestehen?

Wie gehen Sie mit Befehlsverweigerung in der eigenen Ehe um?

Wie oft führen Sie Mitarbeitergespräche mit Ihrer Frau?

Haben Sie Ihre Frau gegen Schwangerschaftsunfälle versichert?








Datum: 2004-03-26
OBSERVATION

Dass die Sonne in Jahrmilliarden verglühen wird, ist kein Problem, weil wir daran nichts ändern können, sagt er seinen Mitarbeitern. Ein Problem wird erst dann zum Problem, wenn der Mensch die Möglichkeit zur Intervention hat. Dass er die Hälfte der Lebenserwartung überschritten hat, ist also kein Problem.








Datum: 2004-03-21
OBSERVATION

Kein Plot, nur Szenen. Wie kann man ein Leben erzählen als wäre es ein Faden, der sich abspult, eine Geschichte, in der sich eins aus dem andern ergibt, nahtlos und mit Konsequenz. Wie ist es möglich, ein solches Leben zu schildern – geschweige denn zu leben? Die fatale Aneinanderreihung durch das „und dann“. Stattdessen: Jeder Tag hat erstaunlich wenig mit dem Vortag zu tun. Wir gehen schlafen. Wachen auf. Gehen schlafen. Wachen auf. Die Konsequenz ist zerbrechlich. Es folgt wenig und noch weniger aus dem nächsten. Jede Handlung ist Reaktion, aber nicht auf den soeben vergangenen Moment, sondern auf eine Konstellation, die Wochen oder Jahre zurück liegen kann. Das Leben gibt es nicht. Nur Episoden.








Datum: 2004-03-07
FRAGEBOGEN (GOTT)

Wie kommt man als Architekt der Welt darauf, das, was nicht sein darf, möglich sein zu lassen?

Glauben Sie, Gott durch Ihre Gebete manipulieren zu können?

Angenommen, Sie wüßten mit Sicherheit, dass Gott existiert. Wie weit würden Sie gehen, um die Welt von dieser Tatsache zu überzeugen? Oder würden Sie es Gott überlassen, die anderen von seiner Existenz zu überzeugen – schließlich haben Sie Wichtigeres zu tun.

Was hätten Sie Galilei als Image-Consultant anläßlich seiner Verurteilung geraten?

Wie würden sich zum Beispiel Hunde ihren Erlöser vorstellen?

Würden Sie es begrüßen, falls Gott öffentlich und mit unmißverständlichen Zeichen proklamieren würde, dass es keinen höheren Lebenssinn gibt? Oder würden Sie es vorziehen (zum Schutz der Menschheit), er schwiege darüber?

Imponieren Ihnen Gläubige?

Was wären Sie bereit auszugeben für ein unmißverständliches Zeichen Gottes?

Wenn Sie beten: Wie viel Einsicht Gottes setzen Sie voraus?

Wie würden Sie sich kleiden, wenn Sie noch heute vor Gott anzutreten hätten?

Wie ist Gott incentiviert?

Sind Sie mit dem Lieferumfang Ihres Lebens zufrieden?

Haben Sie die Absicht, sich im nächsten Leben zu ändern, sich möglicherweise zu bessern?

Würde es Ihnen den Glauben an die christliche Heilslehre erleichtern, wenn es darin die Option auf ein endliches Leben nach dem Tod gäbe?

Welches wäre die humorvollste Art, wie sich Gott Ihnen mitteilen könnte?

Auf welchen Deal mit Gott würden Sie sich niemals einlassen?

Glauben Tiere, wir seien Götter oder Idioten?

Gibt es einen thematischen Schwerpunkt in Ihrem Leben?

Wie stark ist Ihr Bedürfnis nach Irrationalität?

Falls Sie glauben: Ist Gott Ihr Therapeut?

Falls Sie nicht glauben: Ist Ihr Therapeut Ihr Gott?

Machen Sie sich ein Bild von Gott? Falls ja: Ist er Ihnen sympathisch?

Was hält Gott eigentlich davon ab, mehr Werbung für seine Anliegen zu machen?

Woher weiß Gott, dass er existiert?

Wie beurteilen Sie Gottes Kundenservice?

Welcher Ölpreis, glauben Sie, wäre Gott am sympathischsten?

Wie viel Fleischwerdung (Inkarnation) kann sich Gott erlauben, damit er noch glaubwürdig bleibt?

Angenommen, Gott hätte nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen im nächsten Leben zur Verfügung: Wie würden Sie ihn davon überzeugen, Sie zu wählen?

Erwarten Sie, dass durch die Ausdehnung der Lebenserwartung jenseits aller natürlichen Grenzen neue Erkenntnisse zum Sinn des Lebens möglich werden?

Würden Sie Gott weniger ernst nehmen, wenn er in einer Fremdsprache – zum Beispiel Englisch mit texanischem Akzent – zu Ihnen sprechen würde?

Beschreiben Sie in Stichworten die Vor- und Nachteile von Wahrheit.








Datum: 2004-02-29
ARTIFACTS

Inhuman Resources Abteilung.

Werterschöpfungskette.

Betriebsklimaprognose.

Natürliches Mineralöl.

Blutgruppendynamik.

Unbildende Kunst.

Ultra High Net Worth Individual – Infra Low Groß Debt Community.








Datum: 2004-02-22
FRAGEBOGEN (EHE)

Wie überzeugen Sie Ihre Frau am effizientesten?

         A) Durch Logik.

         B) Durch Gewalt.

         C) Durch Bestechung (z.B. die neueste Roberto-Cavalli-Kollektion).

         D) Durch liebes Zureden.

         E) Indem Sie die Freunde Ihrer Frau überzeugen oder, falls Sie Kinder haben, Ihre Kinder bestechen.

         F) Durch Drohung (z.B. mit Scheidung).

         G) Indem Sie den Beleidigten spielen, bis Ihre Frau nachgibt.

         H) Durch Geben und Nehmen, indem Sie z.B. einen Deal vorschlagen (z.B. Strand- statt Golf-Urlaub).

         I) Durch Theater (Sie zeigen sich von der großzügigsten Seite).

         J) Durch Theatralik, in dem Sie allerlei Konsequenzen heraufbeschwören.

         K) Durch Liebesentzug.

         L) Durch Verweis auf Beispiele, wo Ihr Vorschlag bereits umgesetzt ist (Nachbarschaft, Hollywood-Stars, Beispiele aus der Belletristik).

         M) Kraft Ihrer Stellung als Herr des Hauses.

         N) Durch Appelle an eine höhere Vernunft oder übergeordnete Moral.

         O) Mit einer Powerpoint-Präsentation.

         P) Unter Hinweis auf Tradition.

         Q) Durch Beschwörung eines oder mehrerer Götter, auf dass sie Einfluß auf Ihre Frau nehmen.

         R) Durch schnelles, entschiedenes Handeln.








Datum: 2004-02-16
FRAGEBOGEN (EHE)

Was an der Ehe haben Sie sich romantisch vorgestellt?

Was ist Ihnen bis heute in der Ehe erspart geblieben?

Angenommen, die Ehe wäre nie erfunden worden. Wie würden Sie als Herrscher (Stammesführer, Gott, Papst, König, Präsident etc.) das Verhältnis der Geschlechter zueinander reglementieren, damit es nicht zur Anarchie kommt?

Wie hat sich die Dauer des Vorspiels im Lauf Ihrer Beziehung entwickelt?

         A) Weniger Vorspiel. (Sie sind effizienter geworden).

         B) Mehr Vorspiel.

         C) Nur noch Vorspiel.

Wählen Sie! A) Ihr Lebenspartner ist häßlich, aber gescheit. B) Ihr Lebenspartner ist sexy, aber dumm. Würden Sie anders wählen, wenn Sie Ihr Lebenspartner wären?

Welche Resultate haben Sie sich im besten Fall von der Ehe erhofft?

Wie hoch ist der Zielerreichungsgrad in Ihrer Ehe?

Was an Ihrem Lebenspartner hat Sie positiv, was negativ überrascht, und welcher Anteil überwiegt?

Nobelrestaurant mit Kerzenlicht. Nach einer langen Pause bittet Ihre Frau: „Sag du mal was!“

         A) Sie erzählen irgendwas, damit etwas gesagt ist.

         B) Sie geben offen zu, was der Realität entspricht, dass Sie nämlich nichts zu sagen haben, und schweigen weiter.

         C) Sie verweisen auf den Nachbartisch, wo man durch aufmerksames Zuhören einiges erfährt (aber nur, wenn man selbst schweigt).

         D) Sie verlangen die Rechnung.

         E) Sie verschwinden auf die Toilette und lesen dort die Handelszeitung.

Wie viel Wahrheit verträgt eine gute Ehe?








Datum: 2004-02-15
OBSERVATION

Der Irrtum der Frau: Dass der Mann, wenn er von Gefühlen spricht, sie auch hat.








Datum: 2004-02-10
FRAGEBOGEN (SEX)

Was wären Sie bereit, für immerwährenden guten Sex einzutauschen:

         A) Ihre Karriere?

         B) Ihr Aussehen?

         C) Ihren Ehepartner?

         D) Die letzten zehn Jahre Ihres Lebens?

         E) 10 Punkte Ihres Intelligenzquotienten?

Ist Freundschaft, enge Freundschaft, mit einer Person des anderen Geschlechts ohne Aussicht auf Sex für Sie überhaupt denkbar? Zerbricht die Freundschaft jeweils, sobald diese Aussicht nicht mehr besteht? Oder ist es gerade die Abwesenheit dieser Aussicht, die eine Freundschaft erst ermöglicht, und alles andere ist bloßer Balz? Und falls ja: Was macht Sie glücklicher: die Freundschaft oder der Balz?

Was am Sex wäre prinzipiell zu verbessern?

         A) Die Intensität

         B) Die Häufigkeit

         C) Die Dauer

         D) Die Bedeutung

Möchten Sie den totalen Orgasmus, der alles vernichtet, selbst die Erinnerung daran?

Wenn Sie mit einer attraktiven Person des anderen Geschlechts in ein Gespräch verwickelt sind, wie viel Prozent Ihrer Gehirnkapazität müssen Sie aufwenden, um den Ansturm unpassender Gedanken abzuwehren? Und wie verändert sich dieser Prozentsatz im Verlauf des Abends?

Falls Sie und eine Ihnen unbekannte Frau nach einem Schiffbruch allein auf einer Insel gestrandet sind: Wie häßlich oder alt müßte die Frau sein, damit es zu keinem Sex kommt?

         A) nach einem Tag.

         B) nach einer Woche.

         C) nach einem Jahr.

Ab welchem Punkt verlieren Sie Ihre Selbstachtung?

Wie groß ist der Aufwand, den Sie täglich betreiben müssen, um weiterhin tadellos vor sich selbst zu bestehen?

Wie viel Sex brauchen Sie, um sich bestätigt zu wissen? Als Frau? Als Mann?

Hat die Gefahr von AIDS Sie moralischer gemacht? Möchten Sie wissen, mit welchen Männern Ihre Frau schon geschlafen hat?

Erinnern Sie sich an die Namen all Ihrer Geschlechtskontakte?

Führen Sie sie in Ihrer elektronischen Agenda? Welches ist Ihre typische Handbewegung

         A) im Beruf?

         B) zu Hause?

         C) wenn Sie allein sind?

Folgen Sie einem Rezept, mit dem Sie Frauen zum Geschlechtsverkehr überzeugen, oder improvisieren Sie lieber?

Welche Art von Beziehung wäre Ihnen die angenehmste?

Wie oft genügt Ihnen der kleinste gemeinsame Nenner, zum Beispiel im Bett?

Gibt es sachliche Gründe, sich in jemanden zu verlieben? Wie viele Stunden Konversation brauchen Sie im Durchschnitt, bis es zum Sex kommt? Lernen Sie von einer Beziehung zur nächsten, oder meinen Sie es nur? Von einer Beziehung zur nächsten: Welche Elemente Ihrer Marketingkampagne wechseln Sie aus, welche behalten Sie bei? Ist Monogamie im Zeitalter schrumpfender Bevölkerung noch gerechtfertigt?

Woran erkennen Sie, dass eine Frau, wenn sie offen über Sex spricht, auch dazu bereit ist, und woran erkennen Sie das Gegenteil?

Wie hätte sich das Leben auf der Erde im Verlauf der letzten 100 Millionen Jahre entwickelt, hätten Tiere dieselben sexuellen Schwierigkeiten wie Menschen?

Könnten Sie sich in weiblicher (männlicher) Ausführung vorstellen?

Gelingt es Ihnen, zwischen einem echten und einem gespielten Orgasmus zu unterscheiden, und schreiben Sie diese Fähigkeit Ihrer Sensibilität oder dem mangelnden schauspielerischen Talent Ihrer Partnerin zu?

Wäre es Ihnen lieber, wenn die Frau, gleich dem Mann, keinen Orgasmus vortäuschen könnte, oder ist diese Fähigkeit der Frau eine Art Versicherung, dass das sexuelle Erlebnis, wenigstens für Sie, keine totale Katastrophe sein kann?

Ist Ihrer Meinung nach die Frau in der Pflicht, den Orgasmus vorzutäuschen, wenn es natürlicherweise zu keinem kommt? Möchten Sie, dass die Frau die Fähigkeit der Vortäuschung auch auf anderen Gebieten hat, zum Beispiel auf dem Gebiet der Intelligenz oder in der Küche?

Könnten Sie sich eine Zivilisation ohne Sex vorstellen, in der man als Zeichen gegenseitiger Zuneigung und Befriedigung zum Beispiel Lieder singt oder zusammen Goldfische züchtet?








Datum: 2004-01-24
OBSERVATIONS

Glück ist in Spurenelementen vorhanden. Immerhin.

Es ist kontraproduktiv, gegen das Böse anzukämpfen. Man hätte am Ende noch weniger Lebensinhalt.

Man müßte lieben können mit der Leidenschaft einer Pflanze.

Ein Kiffer möchte unter keinen Umständen mit einem Alkoholiker tauschen – und umgekehrt. Jeder glaubt, er hätte die bessere Sucht.

Ohne das Beispiel der Vögel keine Inspiration zum Fliegen und damit keine Flugindustrie. Welche Tiere fehlen uns heute, ohne die es nie zu einem Industriezweig kommen wird?

Die Macht des Faktischen besticht durch ihre Einfachheit. So. Alle anderen Mächte sind viel komplizierter.








Datum: 2004-01-04
OBSERVATIONS

Die Digitalkamera zwingt ihn, sein Leben zu dokumentieren. Wenn er sich die Bilder dann anschaut, ist alles falsch. So unerheblich, wie das, was auf den Bildern zu sehen ist, ist sein Leben doch gar nicht. Um die Unerheblichkeit zu kompensieren, schießt noch mehr Bilder. Unentwegt. Die Kamera gehört nun zu seinem Körper. Zehn Jahre vor dem Tod wird er die Kamera beiseite legen, denn diese Zeit wird er benötigen, um das gespeicherte Material anzuschauen, um herauszufinden, worin sein Leben eigentlich bestanden hat.

Was nach dem Tod übrig bleibt, ist nicht die Seele, sondern die Dateien auf seiner Harddisk.

Definition der Existenz: You are your files.

Wer keine Dateien mit allen möglichen Endungen (gif, jpg, doc, wav, xls, ppt) produziert, existiert nicht.

Seine liebste Datei-Endung ist das .etc.

Wer die Dateien auf seiner Harddisk nicht in Ordnung hat, hat sein Leben nicht in Ordnung.








Datum: 2004-01-02
OBSERVATIONS

Wenn immer er etwas wirklich will, kommt ihm die Vernunft dazwischen. Und wenn die Vernunft dann alles kurz und klein geschlagen hat, wird es schwierig, dass er überhaupt noch will. Er muß dann kindisch werden oder voller Alkohol, damit der Wille wieder kommt. Das Resultat ist kein Kompromiß, sondern ein Akt der Verzweiflung.

Wenn der Haarausfall schon unvermeidbar ist, möchte er ihn wenigstens so, dass es ihn interessanter macht, reifer, unwiderstehlich für das andere Geschlecht. Es gibt auch den peinlichen Haarausfall, meistens: Ausdünnung überall ohne Form. Nein, was er will, ist ein Haarausfall wie Jean Cocteau, ein Schnitt voller Charakter, wie man ihn keinem Burschen auf den Kopf zaubern könnte.

Immer häufiger, etwa in Diskussionen, erkennt er, dass er nichts wirklich durchdacht hat. Er plaudert dann flott der Oberflächlichkeit entlang, plaudert, dass es ihn innerlich fast zerreißt. Natürlich läßt er sich nichts anmerken. Der Muskel, der diese Spannung aushält, wird stärker mit jedem Jahr.

Plötzlich die Erkenntnis: Viel zu lang hat er ohne Lebensprinzipien gelebt. Zum Beispiel: Soll man sich im Verlauf des Lebens in möglichst viele oder möglichst wenige (dafür um so intensiver) Frauen verlieben? Soll man glauben? Soll man vergeben oder zurückschlagen? Er nimmt sich vor, jetzt im Alter, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Getrieben klemmt sich hinter jedes Buch, denn er weiß, je länger es dauert, desto unerheblicher wird es sein, welche Prinzipien er gefunden haben wird.

Es ist erschreckend belanglos, was Menschen auf dem Totenbett von sich geben: Wehgeschrei, Schnauftöne, vielleicht der Ruf nach der Krankenschwester, Halluzinationen, Erbrochenes. Weit und breit keine Lebensphilosophie, die man der Nachwelt übergeben könnte.

Seine Angst, falsch zu denken, und das schon seit Jahren. Seine Befürchtung, dass man ihn eines Tages als Narr entlarven wird. Dabei denkt er logisch, also richtig, glaubt er. Wie sonst kann man sich seinen finanziellen Erfolg erklären? Finanzieller Erfolg als Maßstab für die Qualität des Denkens. Nur wird ihn der Erfolg nicht vom Vorwurf des Närrischen befreien, sollte sich herausstellen, dass es nicht am Wie, sondern am Was des Denkens liegt.

Die Hauptaufgabe der Zivilisation besteht darin, den Weg zwischen Hirn und Hose zu verlängern, ihn durch Schikanen zu erschweren.








Datum: 2004-01-01
ARTIFACTS

Wir bitten um Verständnis, dass aus organisatorischen Gründen voraussichtlich bis zum Tod keine Wünsche mehr angenommen werden können.

Our flight time will be APPROXIMATELY two hours and 27 minutes.

Fasten seat belt while seated. Life located under your seat.

A 10% service charge will be added to your life.

Zutritt für Unberechtigte erlaubt.

Der Flugzeugabsturz forderte 211 Menschenleben. Schweizer waren keine darunter.

Life: Enrollment in this program is extremely limited. Call immediately for complete details.

Falls Ihnen Ihr Partner nicht mehr paßt: For customer assistance regarding your order, please contact the retail location you purchased this item from, or call the toll-free number on your invoice.








Datum: 2003-12-24
FRAGEBOGEN (WEIHNACHTEN)

Wären Sie damit einverstanden, der Einfachheit halber, Weihnachten nur noch alle zwei Jahre zu feiern?








Datum: 2003-11-13
FRAGEBOGEN (EHE)

Angenommen, Ihre Frau (Ihr Mann) hat die unangenehme Eigenschaft, immer leicht verspätet zu sein. Sie sind um 20 Uhr zu einem Abendessen bei Freunden eingeladen.

         A) Sie sagen Ihrer Frau, das Abendessen sei auf 19:30 Uhr angesetzt. Sie belügen Ihre Frau.

         B) Sie rufen den Gastgeber an, dass es leider unerwartet zu einer Verspätung kommen wird, 20:30 Uhr, ein Meeting in allerletzter Minute, der Chef usw. Sie belügen Ihren Gastgeber.

         C) Sie schärfen Ihrer Frau ein, dass sie diesmal, wenigstens dieses eine Mal, pünktlich sein möchte. Sie flehen um eine Ausnahme.

         D) Sie gehen dem Problem auf den Grund. Sie suchen das Gespräch und legen alle Gründe auf den Tisch, dass es so nicht weiter gehen kann, dass Pünktlichkeit in diesem Land einen Stellenwert genießt, der über dem Guten, Wahren und Schönen liegt.

         E) Sie schlagen Ihrer Frau einen Deal vor: Pünktlichkeit gegen eine Louis-Vuitton-Handtasche.

         F) Sie stellen ihre sämtlichen Uhren (inklusive der Küchen- und Backofenuhr) um eine halbe Stunde vor.

         G) Sie kapitulieren. Mit der Zeit werden Ihre Freunde von sich aus die Einladungen um eine halbe Stunden früher ankündigen.

         H) Sie tauschen Ihre Frau gegen eine pünktliche ein.








Datum: 2003-11-12
FRAGEBOGEN (ALTER)

Wie alt möchten Sie nicht werden?

Glauben Sie, dass Ihr Gefühl, das Alter betreffend, Ihre Lebenserwartung in irgendeiner Weise beeinflußt?

Ab wann beschleicht Sie das Gefühl, eine eingetretene Veränderung könnte sich als permanent erweisen – ein Gebrechen am Körper, Interessenkonflikt in der Partnerschaft, Knick in der Karriere?

Wenn Sie in Ihrer Karriere von Jüngeren überholt werden: Ab wann schreiben Sie dies dem Alters- und nicht mehr dem Fähigkeitsunterschied zu?

Glauben Sie, dass das, was Sie sehen, schon der Lauf der Welt ist?

Sind Sie überrascht, dass alles immer anders kommt als geplant (die Karriere, die Beziehung, die Lebensumstände), und beziehen Sie dieses Planungs-Fiasko auf sich persönlich?

Wie viel wären Sie bereit für klare, handliche Prinzipien zu bezahlen?

Beglückt es Sie, dass Sie Ihren Ursprung kennen (Eltern, Ort, Datum und Uhrzeit der Geburt)? Oder würden Sie es vorziehen, gezwungen zu sein, Ihren Ursprung selbst zu erfinden, sich also mythologisierend zu begründen?

Wie viel Abwechslung ist Ihnen zuzumuten?

Ganz konkret: Welchen Erkenntnisgewinn erwarten Sie vom Alter?

Wie schaffen Sie es, Ihre Eifersucht auf die Jugend zu zügeln?

Ab welchem Alter möchten Sie sich nicht mehr so sehen wollen wie andere Sie sehen?

Was denkt ein Greis, wenn er eine Sexbombe sieht?

Welche Sätze, die gesagt werden müßten, schieben Sie bis knapp vor den Tod hinaus? Welche bis über den Tod hinaus? Und treibt Ihnen diese Schieberei manchmal den Schweiß auf die Stirn?

In welcher Richtung sind Sie besser: Von der Einsicht zur Handlung oder von der Handlung zur Einsicht?

Werden Ihre Lebensträume mit zunehmendem Alter konkreter (Ferienhaus im Tessin, Harley-Davidson, sexuelle Potenz) oder abstrakter (Weltfrieden, Versöhnung mit der Natur, höheres Bewußtsein)? Oder sind Sie zur Einsicht gelangt, dass Lebensträume einem guten Leben nur im Weg stehen?

Wann haben Sie Ihr Leben das letzte Mal grundsätzlich hinterfragt? Oder überlassen Sie das jeweils der Realität?

Gesetzt den Fall, Sie hätten die Möglichkeit, ein ganzseitiges Gratisinserat in sämtlichen Tageszeitungen der Welt – von der New York Times über die FAZ bis zur South China Morning Post – zu plazieren: Welches wäre der genaue Wortlaut?

Wann ist für Sie genug genug?

Könnten Sie mit der Last der Verantwortung leben, der einzige Mensch zu sein, dem die Welt ihren Sinn geoffenbart hat? Oder bräuchten Sie professionelle Hilfe?

Was treibt den Rentner an, Ziele zu stecken?

Womit rechtfertigen Sie Ihr Alter?

Welchen Sinn (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten) möchten Sie als letzten verlieren?

Was wäre Ihnen ein „Viagra für die geistigen Kräfte“ wert?

Wann sind Sie zum letzten Mal auf einen Baum geklettert?

Wann sind Sie zum letzten Mal aus einem Baum gefallen?

Können Sie sich das Alter leisten?

Stellen Sie sich Marilyn Monroe mit einem Hörgerät vor.

Ab welchem Alter schließen Sie aus, dass Sie sich noch einmal – wenn auch aus purer Albernheit – verlieben werden?

Welches ist Ihr Trost?








Datum: 2003-11-11
OBSERVATIONS

America: Things are true if they work. Europe: Things work if they are true.

Nichts, außer einer funktionierenden DNA, hat ihn auf ein Leben in dieser Welt vorbereitet.

Wenn er im Zahnarztstuhl sitzt, vergißt er alle großen Fragen. Dieses Glück hat er nicht einmal beim Sex.

Der Mann, der glaubt, er hätte die Frau verstanden, hat nichts verstanden.








Datum: 2003-10-24
FRAGEBOGEN (SELBST)

Kommen Sie vorwärts in Ihrem Leben, und woraus schließen Sie das?

Leiden Sie an der Unfähigkeit, das auszudrücken, was Sie wirklich sagen möchten? Oder empfinden Sie diese Unfähigkeit öfter als Segen, zum Beispiel bei Mitarbeitergesprächen oder Argumenten in der Partnerschaft?

Was dürfte in Ihrem Benutzerhandbuch nicht fehlen?

Was fällt Ihnen im allgemeinen leichter: einen Wunsch zu erzeugen oder einen Wunsch zu verdrängen? In anderen einen Wunsch zu entfachen oder auszulöschen?

Wie erklären Sie sich Ihren persönlichen Knowing-Doing-Gap?

Angenommen, Sie könnten etwas zurücknehmen, das Sie einmal gesagt haben. Was wäre es?

Angenommen, Sie könnten etwas sagen, das Sie einmal nicht gesagt haben. Was wäre es?

Wie gut sind Sie im Aufspüren von Mängeln bei anderen?

Wie wichtig sind Ihnen Stürme und Katastrophen aller Art – zum Beispiel auf Finanzmärkten – als mystisches Gegengewicht zur Vorhersehbarkeit Ihres Lebens?

Möchten Sie, dass mehr Menschen wären wie Sie (Vereinfachung der Abläufe, Vermeidung von Mißverständnissen), oder würden Sie es begrüßen, wenn weniger Menschen so wären (relative Seltenheit, Exklusivität)?

Was ist Ihnen lieber: das Kind oder der Hund? Was ist dem Kind lieber: der Hund oder Sie? Was ist dem Hund lieber?

Wie schnell hat sich Ihr Kindheitstraum als unpraktisch herausgestellt?

Welches war der Höhepunkt Ihres Lebens? Oder glauben Sie, er muß erst noch kommen?

Was an Ihrem Leben würden Sie nicht in Frage stellen?

Was fällt Ihnen am schwersten?

         A) Andere zu überzeugen?

         B) Sich selbst zu überzeugen?

         C) Andere von sich zu überzeugen?

         D) Andere von sich selbst zu überzeugen?

         E) Sich von sich selbst zu überzeugen?

Würde ein Unbekannter aus der Beobachtung Ihres Handelns schließen können, was Ihnen wichtig ist?








Datum: 2003-10-14
OBSERVATION

Was ihn ärgert: Dass er das Leben nicht einfach genießen kann. Und vielleicht ist es genau dieser Ärger, dass er das Leben nicht einfach genießen kann.








Datum: 2003-10-11
OBSERVATION (ZUERICH)

Alles in allem keine Weltstadt. Eine ordentliche Stadt, in der sich vernünftig leben und Geld verdienen läßt. Eigentlich eine Dorf-Stadt, was den stolzen Bewohnern erst dann auffällt, wenn sie eine richtige Stadt wie Paris oder Chicago besuchen. Eine Dorf-Stadt mit Wirtsstuben wie auf dem Land, Geranien an den Fenstern, Schrebergärten und Wäldern, die sich in die Stadt hineinwagen. Das alles sieht man in einer Weltstadt nicht.

Flanieren – mit oder ohne Kinderwagen – kann man auch in Paris oder Madrid. Aber nur hier trifft man unentwegt auf Bekannte oder Leute vom gleichen Quartier. Man grüßt sich in dieser Stadt. Ein Sonntagsspaziergang ist von einem Sonntagsspaziergang auf dem Land nicht zu unterscheiden, außer dass Verkehr da ist, der sich aber ausnahmslos anständig verhält. Woran man sieht, dass man sich trotzdem in einer Stadt befindet: Die blaue Straßenbahn – das Tram – Teil eines permanenten Festumzugs. Dorfgeranien überall. Jalousien aus Holz, die von daumengrossen bemalten Eisenmännchen gehalten werden, nicht anders als auf dem Land. Die Stadt hat Mühe, über das Ländliche hinauszukommen.

Vielerorts vertraut man auf Pflasterstein.

Keine Kuhfladen auf den Strassen. Nur zwischendurch verrät ein Traktor die Nähe zum Land. Nicht bäuerisch, aber bürgerlich-dörflich.

Man füttert die Möwen nicht anders als in New York oder Rio, nur hat man das Gefühl, man kenne sich gegenseitig – die Möwen und die Menschen.

Alles so idyllisch. Ein See mit Fluß, luftige Hügel zu beiden Seiten, Gletscher in der Ferne – ein Ort wie gemacht für ein Städtchen.

Die Bewohner dieser Stadt können einen Apfelbaum von einem Birnbaum noch unterscheiden – auch der Silhouette nach. Sie wissen, dass Milch nicht aus der Fabrik kommt – etwa 20 Liter pro Kuh. Viele haben auch schon geheut auf einer Alp, und das nicht ohne Vergnügen. Es gibt noch Leute, die Eingemachtes kochen. Der Markt – Blumenmarkt, Gemüsemarkt – ist kein Schauspiel. Auch junge Paare gehen gern auf den Markt.

Vereinzelte Weinreben am Stadtrand.

Kaum Lärm. Keine Exzesse in dieser Stadt.

Kultur wird von außen eingekauft und in vollen Massen zelebriert – Pereira, Harnoncourt, Gruberova. Insofern eine Kulturstadt mit Importüberschuss.

Eine Stadt, die sorgfältig untertreibt.

Geschäftsleute und Touristen sind regelmäßig erstaunt, dass alles viel kleiner ist, als sie sich vorgestellt hatten. Besonders der Flughafen, ein interkontinentaler, auf den die Bewohner der Stadt besonders stolz sind.

Die Züge fahren pünktlich.

Die Flugzeuge fliegen nur deshalb nicht pünktlich, weil man mit dem Ausland koordinieren muß – Überlastung des Luftraums über Paris, Nebel in Frankfurt, und so weiter.

Bei gleichem Sonnenschein ist Zürich sonniger als andere Städte. Das liegt nicht am See, auch nicht an der Meereshöhe (406 m.ü.M.), sondern einzig an der Tatsache, dass Sonnenschein eine Ausnahme darstellt. Wenn sie dann einmal kommt, die Sonne, verwandeln sich die Augen der hiesigen Menschen in Lichtschwämme.

Keine Stadtbevölkerung entledigt sich schneller ihrer Mäntel als die Zürcher im Licht des Sonnenscheins.

Selbst am Restlicht freut sich die einheimische Seele. Nicht selten hört man den Ausspruch: So schön kann Zürich sein!

Die Ortsansässigen blicken in die Natur, als stünde permanent ein Oberlehrer hinter ihnen, der befiehlt: Schaut hin!

Luft wie auf einer Alp.

Die Architektur hält sich ans Praktische. Paläste sucht man vergebens. Einfachste Zeilenhäuser in grau-gelblichen Tönen säumen die Strassen. Winzige, schattige Balkone tragen Blumenkisten.

Den Gesprächsstoff behalten die Einheimischen lieber für sich. Wenig Bedürfnis nach Bekanntschaft. Nicht unfreundlich, auch nicht scheu, nur flink in der Beurteilung, ob eine Bekanntschaft von Nutzen sein wird oder nicht. Meistens kommt der Zürcher zum Schluß: Zeitverschwendung.

Sobald die einheimischen Frauen so etwas wie Reife spüren, halten sie ihr Haar in den Rasenmäher. Offenbar baut man auf innere Schönheit in dieser Stadt.

Auffallen, aber lieber gegen unten als in Richtung Eleganz. Schließlich ist man mit dem Boden verwurzelt und nicht mit einer höfischen Gesellschaft. Wenn eine Frau die Ärmel zurückkrempelt, ist das keine Sensation.

Im Frühling gehen sie auf die Felder und schneiden die Blumen selbst.

Taschen belädt man schwer und trägt sie umher wie Gießkannen – selbst auf der Bahnhofstrasse.

Schrebergärten mitten in der Stadt.

Das Ländliche als Schutz vor der Gegenwart.








Datum: 2003-10-02
OBSERVATIONS

Es gibt immer solche, die sagen: Das kann nicht funktionieren! Wenn es dann tatsächlich schief geht, dürfen sie recht haben. Er gehört zu denen, die oft auf diese Art recht haben.

Glücklich sein ist eine Entscheidung, sagt seine Frau. Warum fällt es ihm leichter, sich z.B. für (oder gegen) eine heikle Akquisition zu entscheiden als für etwas so Einfaches, das ausschließlich Vorteile bringt?

Einer krümmt sich vor Lachen. So etwas hat er schon lange nicht mehr gesehen. Wenn er nachdenkt, schon seit Jahren nicht mehr. Nur in der Literatur krümmen sich Leute vor Lachen.

Die Volksmund-Korrelation: Einfache Menschen sind glückliche Menschen. Oder sind sie deshalb einfach, weil sie bloß intelligent handeln?

Scientific American: Verdoppelung der Lebenserwartung in den nächsten dreißig Jahren. Rüstige 150jährige pflügen auf Wasserskis über den Zürichsee. Warum wird er nicht richtig froh angesichts seiner erweiterten Lebensperspektive?

Warum gelingt es nie, gescheit zu träumen?

Es gibt Leute, die benötigen nur fünf Stunden Schlaf. Er braucht mindestens sieben, sonst ist er anderntags unmöglich. Schlaf ist sein größtes Hindernis auf dem Weg nach oben.

Seine Arbeit besteht, wie bei vielen Menschen, hauptsächlich aus Projekten, die früher oder später zwangsläufig im Sand verlaufen. Und doch verläuft seine Arbeit nie im Sand, weil es immer genug Projekte gibt, die gestartet werden wollen. Nur der Projektgehalt im Sand nimmt laufend zu.

Visum abgeholt. Stundenlang im Regen. Gegenüber der amerikanischen Botschaft in Bern: Mansarden, aus denen PEACE-Fahnen hängen. Was heißt das? Als ob man in der Umgebung von Krankenhäusern HEALTH-Fahnen aus den Fenstern hängen müßte.








Datum: 2003-09-15
FRAGEBOGEN (MANAGEMENT)

Haben Sie Feinde in der Firma?

Wem sind Sie Feind?

Viele Männer stellen mit Verwunderung fest, dass auch Frauen als Vorgesetzte einen guten Job machen. Ist das Ihnen auch schon passiert?

Wenn Sie Mitarbeiter zu motivieren haben: Glauben Sie das, was Sie predigen?

Wie steht es, wenn Sie Ihren Lebenspartner zu motivieren haben? Ihre Kinder? Ihre Schwiegereltern? Ihr Haustier?

Sie sind 35 oder älter. Woraus schließen Sie, dass Ihr Einkommen in Zukunft noch steigen wird? a) Das war bei Ihren Eltern so, b) Das hat man Ihnen in der Schule gesagt.

Angenommen, Ihre Vorgesetzten wüßten, was Sie über die Firma denken. Bestünde die Gefahr, dass man Sie deswegen entlassen würde? Falls nicht, weshalb sagen Sie es nicht laut? Oder glauben Sie, dass die Stabilität eines Unternehmens gerade auf dieser Verschwiegenheit beruht?

Würden Sie als Vorgesetzter Leute, die so denken, entlassen?

Haben Sie schon sinnlose Projekte in Ihrer Firma sabotiert?

Warum nicht?

Wie erklären Sie es sich, dass Firmen, in denen ein schlechtes Betriebsklima herrscht, so viel Geld verdienen, und das über Jahre?

Sind Sie in den Augen Ihrer Kinder ein Vorgesetzter?

Angenommen, Sie würden von einem Zug überfahren. Welche ausdrücklich positiven Folgen hätte dies für Ihren Arbeitgeber? Für Ihre Mitarbeiter? Für das Klima in der Firma ganz allgemein?

Wer würde Sie ersetzen? Oder würde man Sie einfach nicht ersetzen? Und was wäre Ihnen lieber?

Welche Meetings sind unerträglicher? A) Jene in der Firma? B) Jene zu Hause?

Wem gegenüber sind Sie toleranter? Unfähigen Mitarbeitern oder unfähigen Vorgesetzten?

Möchten Sie Ihr Chef sein?

Unter welchen Umständen darf die Muttergesellschaft ihre Tochtergesellschaft abtreiben?

Wie würden Sie das Himmelreich organisieren unter den Gesichtspunkten Public Relations, strategische Allianzen, Kundenservice und Führungskompetenzen?

Möchten Sie Ihren eigenen Aktienkurs wissen von Minute zu Minute?

Wenn Sie als Vorgesetzter etwas sagen, geht das Gesagte eher auf wie a) eine Frucht oder b) eine Handgranate?

Viele Firmen behaupten, die Mitarbeiter seien ihr wichtigstes Kapital. Glauben Sie das auch oder würden Sie differenzierter argumentieren?

Möchten Sie, dass die Betriebswirtschaft eine exakte Wissenschaft wäre, dass zum Beispiel Marketingaktivitäten immer ins Schwarze treffen würden? Was wäre damit gewonnen, außer dass die Marketingaktivitäten Ihrer Konkurrenz ebenfalls zu 100% ins Schwarze träfen?

Wenn der CEO seinen Abteilungsleitern befiehlt, ihre Leute nach Zielen zu führen: Ist das „management by management by objectives“ oder „management by objectives by objectives“?

Gibt es so viele schlechte Ärzte wie schlechte Manager?






Datum: 2003-08-05
FRAGEBOGEN (ERFOLG)

Wenn Sie Erfolg haben: Glauben Sie, dass Sie ihn verdient haben, und woraus schließen Sie das?

Wäre es Ihnen lieber, wenn Erfolg durch den Input (Anstrengung, Arbeit, Schweiß) statt durch den Output (Karriere, Reichtum, Ruhm) definiert wäre?

Wäre die Welt eine bessere, wenn alle Erfolg hätten?

Wie viel Erfolg brauchen Sie ganz persönlich?

Wenn wir die Welt betrachten, so wie sie ist, die Vegetation, die Gebirge, die Meere, so fällt es uns schwer, irgendwo Erfolg zu sehen, es sei denn, man nähme die Tatsache, dass die Welt existiert, als Erfolg. Wie und wann, glauben Sie, kam der Erfolg in die Welt und ist jener Tag zu verfluchen?

Kennen Sie erfolgreiche Tiere?

Wie oft verwechseln Sie Talent mit Erfolg?

War Gott bei seinem Startup erfolgreich? Und wie messen Sie das?

Wann haben Sie zum ersten Mal erkannt, dass beruflicher Erfolg nichts mit Intelligenz zu tun hat? Oder glauben Sie es noch immer?

Wären Sie manchmal lieber ein schlechter Gewinner als ein guter Verlierer?

Was stimmt Sie nachdenklicher: der unerwartete Mißerfolg oder der unerwartete Erfolg? Warum?

Falls Sie vom Leben lernen, sollte Ihr Erfolg mit zunehmendem Alter zunehmen, respektive der Mißerfolg abnehmen. Ist das bei Ihnen der Fall?

Wenn man nachweisen könnte, dass Ihr Erfolg weitgehend Resultat einer Reihe von Zufällen ist: Würde das Ihr Selbstbewußtsein schmälern oder im Gegenteil noch steigern, da Sie sich von einer unsichtbaren Macht besonders auserwählt glaubten?

Ist ein Künstler, dessen Werk erst nach seinem Tod Bekanntheit erlangt, ein erfolgreicher Künstler, oder hat Erfolg stets existentiellen Charakter?

Gibt es Erfolg, für den niemand verantwortlich ist?

Wie viel Erfolg gönnen Sie: a) Ihrem Nachbarn? b) Ihrem Vorgesetzten? c) Ihrem Lieblingssportler? d) Ihrer Frau? e) sich selbst?

Falls Sie noch jung sind: Möchten Sie heute wissen, wie erfolgreich oder erfolglos Sie in Ihrem Leben sein werden? Falls Sie alt sind: Möchten Sie, dass man Ihnen sagt, wie erfolgreich oder erfolglos Sie tatsächlich gewesen sind?

Wann gibt man es auf, von finanziellem Erfolg und stattdessen von persönlicher Erfüllung zu sprechen? Oder geschieht dieser Sinneswandel erst, wenn man vom Ausbleiben des finanziellen Erfolgs überzeugt ist?

Kennen Sie Personen, die sich dem Erfolg absichtlich verweigern?

Besitzen Sie Kleidungsstücke, die Glück versprechen, z.B. Anzüge oder Unterhosen, die Sie zu ganz wichtigen Anlässen tragen?

Wenn Sie Erfolg haben: Gibt er Ihnen Recht?






Datum: 2003-08-05
OBSERVATIONS

Das Meer spült Seegras an den Strand. Teppiche von grünschwarzen, glänzenden Knäueln. Zwei Mal am Tag kommt ein kleiner Traktor und schafft es weg. Der auf dem Traktor sitzt, schüttelt den Kopf. Das Meer will einfach nicht lernen.

Die Flight-Attendants hocken wie Vögel auf provisorischen Sitzchen, angegurtet und darauf bedacht, nirgendwohin zu schauen.








Datum: 2003-08-03
FRAGEBOGEN (KARRIERE)

Definieren Sie „Arbeit“.

Waren Sie schon einmal arbeitslos?

Warum nicht?

Seit Anbeginn haben Menschen von einem Leben ohne Arbeit geträumt. Verbunden mit diesem Traum war die Vorstellung, dass durch die Befreiung von der Mühsal der Arbeit der Mensch ein besserer würde. Heute kann sich ein großer Teil der Bevölkerung ein solches Leben leisten – freiwillig und unfreiwillig. Worin haben sich die antiken Philosophen getäuscht?

Könnten Sie sich ein Leben ohne Arbeit vorstellen? Könnten Sie sich ein Leben unter einem Arbeitsverbot vorstellen?

Die meisten Tiere „arbeiten“ ausschließlich für ihre Ernährung. Ansonsten hängen sie in den Bäumen, zwitschern von den Dächern oder dösen im Schatten. Der moderne Mensch gibt 2,5% seines Einkommens für die Ernährung aus. Das entspricht einem Arbeitsaufwand von 11 Minuten 30 Sekunden pro Tag. Die meisten Tiere scheinen zudem glücklicher zu sein als die meisten Menschen. Erklären Sie!

Woran erkennen Sie einen Arbeitslosen, zum Beispiel auf der Strasse?

Wenn Sie eine neue Stelle antreten, denken Sie in diesem Moment an den Zeitpunkt, wenn diese Stelle unweigerlich wieder abgeschafft werden wird?

Falls Ja: Wie lange geben Sie der Stelle und wie lange geben Sie sich?

Falls Nein: Glauben Sie, dass Ihre Zuversicht die Lebensdauer der Stelle in irgendeiner Form positiv beeinflußt, und woher nehmen Sie diesen Glauben?

Woher nehmen Sie Ihre Zuversicht?

Würden Sie sich einstellen?

Wie viel wären Sie bereit, für eine Vollkaskoversicherung Ihrer Karriere zu bezahlen?

Angenommen, Mitarbeiter könnten ihre Vorgesetzten selbst bestimmen in einer